Calden. Am Sonntag, 9. Oktober 2022 feierte die Gemeinde Calden den Sonntagsgottesdienst, in dem auch die Geschwister Renate und Horst Zimelske den Segen zu ihrer Goldenen Hochzeit empfingen.
Dem Gottesdienst, den Priester Marco Wagner, Vorsteher der Gemeinde Calden, leitete, lag das Wort aus Matthäus 6,11 zugrunde: “Unser tägliches Brot gib uns heute“.
Gemeinsamer Festtag
Priester Wagner ging zunächst darauf ein, dass der Gottesdienst nicht nur ein Fest für die Jubilare, sondern ein Fest für die ganze Gemeinde sei. Aufgrund verschiedener widriger Umstände hatte sich der Termin für den Segen zur Goldenen Hochzeit zeitlich deutlich nach hinten verschoben. Es freuten sich daher das Goldene Hochzeitspaar und die versammelte Gemeinde mit den eingeladenen Gästen umso mehr, dass nun der Festgottesdienst in der Kirche in Calden stattfinden konnte.
Bitte mit zwei Perspektiven
Priester Wagner wies zunächst darauf hin, dass das Bibelwort aus Matthäus 6.11 “Unser tägliches Brot gib uns heute“, aus dem Unser-Vater-Gebet stammt. In diesem Gebet, welches Jesus Christus allen Menschen gegeben hat, sind nicht nur unsere Bitten eingeschlossen, sondern wir lobpreisen auf diese Weise auch unseren himmlischen Vater.
Das Wort des täglichen Brots verkörpere zwei Perspektiven. Einmal ist das tägliche Brot gemeint, das wir als Speise zu uns nehmen müssen, um unsere Gesundheit und Kraft zu erhalten. Mit Dankbarkeit stellen wir fest - und wir wollen dies niemals als Selbstverständlichkeit betrachten - dass wir in einem Teil der Welt leben, in dem das lebenswichtige Brot in den meisten Fällen jederzeit und ausreichend verfügbar ist. Trotzdem kann es einmal geschehen, dass durch mangelhafte Vorbereitung unsererseits, Brot beim örtlichen Bäcker nicht zu bekommen ist. Gezielte Vorbereitung ist bei der Versorgung mit dem täglichen Brot ein wichtiger Aspekt.
Priester Wagner führte weiter aus, dass es sich bei der Versorgung mit geistiger Speise für die Seele genauso verhalte. Zur Vorbereitung auf den nächsten Gottesdienst könne man sich schon vorab mit dem Bibelwort beschäftigen und beispielsweise das entsprechende Kapitel in der Bibel durchlesen.
Die frohe Botschaft gilt allen Menschen
Den im Gottesdienst empfangenen Trost und die erlebte Freude können und sollen wir nach dem Willen des Vaters auch an den Nächsten abgeben, denn das Evangelium ist für alle Menschen gedacht. Jesus Christus ist uns ein großes Vorbild darin, den Willen des Vaters zu tun. Dies kommt in dem Wort aus Johannes 4.34 deutlich zum Ausdruck: “Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk." Wir wollen uns stets bemühen, den Willen des Vaters zu tun und dabei vor allem das Ziel, die ewige Gemeinschaft mit unserem himmlischen Vater, nicht aus den Augen verlieren.
Keine Bevorratung möglich
In seinem Predigtbeitrag betonte Priester Stephan Giesler noch einmal, dass es im vorgelesenen Bibelwort heißt: Unser tägliches Brot gib uns h e u t e. Wir Menschen sind darauf angewiesen, regelmäßig Speise zu uns zu nehmen und dies gelte genauso auch für die geistige Speise. In der Aufnahme des Wortes Gottes als geistige Speise für die Seele ist keine „Bevorratung“ möglich (Vergleich des Volkes Israel mit der Versorgung mit Manna), sondern diese muss immer wieder im Gottesdienst erneuert werden.
Priester Thomas Opfer erinnerte in seinem Predigtbeitrag daran, dass die im Gebet vorgebrachte Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ eine Zusammenfassung repräsentiere. Es lohne sich, sich einmal selbst den „Langtext“ des Wortes vor Augen zu führen und zu überlegen, was diese Bitte in unserem täglichen Leben alles umfasst. Genauso deckt auch die geistige Speise alles von uns Benötigte ab.
Nach den hinführenden Worten des Dienstleiters zur Feier des Heiligen Abendmahles bereitete sich die Gemeinde auf die Sündenvergebung mit einem Bußlied vor.
Segen zur Goldenen Hochzeit
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls sang die Gemeinde zur Vorbereitung auf die Segensspendung der Goldenen Hochzeit das vertraute Lied „Anbetung will ich, Herr dir bringen“. In der Ansprache an das Goldene Hochzeitspaar vor der Spendung des Segens ging Priester Marco Wagner noch einmal darauf ein, wie dankbar alle sind, dass die Spendung des Segens zur Goldenen Hochzeit - durch die vielen vorherigen Gebete der Gemeinde - nun am heutigen Tage geschehen kann.
Der Vorsteher verwies auf das Wort, welches am Tag grünen Hochzeit als Grundlage diente, Jesaja 25.1 „Herr, du bist mein Gott, dich preise ich; ich lobe deinen Namen…“. Als besonderes Bibelwort für die Segensspendung nach fünfzig Jahren Ehebund gab er den Jubilaren das daran anknüpfende Wort aus Jesaja 26.3,4 mit: „Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich. Darum verlasst euch auf den Herrn immerdar; denn Gott der Herr ist ein Fels ewiglich.“ Anschließend wurde der Segen zur Goldenen Hochzeit gespendet.
Nach dem gemeinsamen Schlussgebet sang die Gemeinde zum Abschluss des Festgottesdienstes freudig das Lied „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“. Anschließend konnten alle ihre persönlichen Wünsche und herzlichen Gratulationen dem Goldenen Hochzeitspaar darbringen.
Gratulation nach der Segensspendung zur Goldenen Hochzeit
20. Oktober 2022
Text:
Angelika Kinzel
Fotos:
Rudi Trebing
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