Am Mittwoch, 11. Februar 2026 feierte Bischof Sascha Tümmler in der Gemeinde Calden den Abendgottesdienst, dem das Bibelwort aus Jesaja 65, 18 zugrunde lag: „Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude“.
Mitreißender Start in den Gottesdienst
Zum Beginn seiner Predigt wies Bischof Tümmler freudig auf das kraftvoll vorgetragene Lied des Gemeindechores hin: „Jauchet und singet in dankenden Chören!“ und nannte dies einen „fulminanten Start" in den Gottesdienst.
Manch einer wird vielleicht denken, es ist Mittwochabend, ich habe einen schweren Tag gehabt und das Jauchzen und Singen fällt mir momentan recht schwer, eigentlich möchte ich nur zur Ruhe kommen, beschrieb Bischof Tümmler mögliche Empfindungen der teilnehmenden Geschwister.
Doch Jesus ruft uns zur Freude auf, betonte der Bischof, und diese Rufe durchziehen gleich mehrfach die Bibel. Jesus gibt Anlass zur Freude. Schon der Prophet Jesaja sagte den Menschen, dass sie sich freuen sollen, obwohl das Volk Israel gerade Krieg, Deportation und die Zerstörung Jerusalems durchlebte. Jesus ruft dir dies ebenfalls zu. Er ist der Grund zur Freude, sofern wir nicht nur das Geschehen um uns herum sehen. Wir wollen nicht aufhören uns zu freuen über das, was Gott tut, verdeutlichte der Bischof. Gott hat uns viel gegeben, er hat die wunderbare Schöpfung und die Menschen gemacht. Erst durch den Sündenfall im Paradies gab es einen Bruch in der Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Doch Gott möchte die Beziehung wieder herstellen und er hat nicht die Geduld mit uns verloren. Gott ist gütig und lässt uns nicht fallen.
Glaube an die Wiederkunft Christi
Gott möchte, dass die Menschen bei ihm sind, und dafür hat er Jesus Christus auf die Erde gesandt, führte Bischof Tümmler in seiner Predigt weiter aus. Christen haben ein Vorbild und das ist Jesus Christus, der vollkommen ist und ohne Sünde über diese Erde ging. Daher konnte er wieder zu Gott kommen und bei ihm bleiben. Er möchte, dass auch wir zu ihm kommen (vgl. Johannes 17.24). Möglich wird dies durch die Hinnahme der Sakramente: Es wird eine neue Kreatur, ein neues Wesen geschaffen, welches erwählt ist.
Erleben der Gemeinschaft in der Gemeinde
Der Bischof wies darauf hin, dass die Erwählung kein Zufall ist. Wir sind von Gott erwählt und haben die Möglichkeit, Gott zu erfahren, in der Kirche und der Gemeinde. Wir wollen gemeinsam den Weg zu Gott gehen. Gott hat die Kirche geschaffen und hat uns eine Gemeinde geschenkt. Dort sollen und möchten wir uns wohlfühlen. Dies kann man auch erleben, wenn man den Gottesdienst in einer anderen Gemeinde besucht, und man sich gleich „wie zu Hause fühlt".
Auch in der Gemeinde können manchmal Konflikte entstehen, aber wir wollen diese in Liebe auflösen. Wir sind nicht allein, Gott ist immer da, auch bei Dunkelheit und Gegenwind. Gemeinsam im Glauben zu wachsen, ist ein immerwährender Prozess. Das ist unsere Aufgabe, die Gemeindemitglieder wirklich anzunehmen und den Nächsten zu lieben.
Wunderbare Zukunft - Grund unserer Freude
Ein weiterer Grund unserer Freude ist, eine wunderbare Zukunft zu haben, denn es soll ein neuer Himmel und eine neue Erde geschaffen werden, da die „alte“ Schöpfung durch den Sündenfall beschädigt wurde. Deshalb wollen wir auch in Bedrängnis die Freude auf die neue Heimat nicht vergessen. Gott hört nicht auf uns zu erretten und wir alle wollen dieses unvergleichbare Ziel erreichen, ewig bei Gott zu sein, so die abschließenden Worte von Bischof Tümmler.
In seinem Predigtbeitrag wies Priester Maik Augustin, der neue Bezirksvorsteher, darauf hin, dass uns die Freude von Gott auch im Gottesdienst begegnet. Jesus erwähnte in seinen Abschiedsreden, dass er bald nicht mehr da - auf Erden - sei. Diese Aussage besorgte die Jünger. Er gab jedoch den Trost: Ich liebe euch wie der Vater mich liebt (vgl. Johannes 15.9). Halten wir die Gebote und bleiben wir in der Liebe, dann wird die Freude in uns groß werden und wir werden Christus immer ähnlicher. Dass wir unser Glaubensziel haben, ist ein Grund zur Freude. Wir wollen in Liebe und Freude miteinander umgehen und diese Freude auch nach außen kommunizieren, sie im Umgang mit unseren Mitmenschen zeigen.
Nach der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahles und dem dreifachen Schlusssegen konnten sich alle Geschwister persönlich von ihrem „neuen“ Bischof“ verabschieden und mit einem freudigen und dankbaren Herzen getröstet und gestärkt nach Hause gehen.
22. März 2026
Text:
Angelika Kinzel
Fotos:
Rudi Trebing,
Marco Wagner
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