Am Sonntag, 23. Februar 2025 feierte der Vorsteher der Gemeinde Calden, Priester Marco Wagner, den Gottesdienst, in dem Priester Uwe Sator in den Ruhestand verabschiedet wurde. Ein offenes Herz für alle Seelen zu haben, sei eine wichtige und stetige Aufgabe für alle Gläubigen. Ihnen zu vermitteln, dass sie sind nicht allein seien, da das allumfassende Heil in Jesus Christus allen Menschen gelte, so lauteten die eindringlichen Worte aus der Predigt zur Vorbereitung auf den Gottesdienst zum Gedenken der Entschlafenen.
Gutes mit Gott erleben
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus dem Markusevangelium 6,56 zugrunde: “Und wo er in Dörfer, Städte oder Höfe hineinging, da legten sie die Kranken auf den Markt und baten ihn, dass diese auch nur den Saum seines Gewandes berühren dürften; und alle, die ihn berührten, wurden gesund.“
Mit Gott Gutes erleben, mit diesen Worten eröffnete Priester Wagner den Gottesdienst in Verbindung zum vorgelesenen Bibelwort. Dies diene auch besonders einer guten Einstimmung auf den am kommenden Sonntag stattfindenden Gottesdienst zum Gedenken der Entschlafenen.
Alle vier Monate wird ein Gottesdienst mit diesem einen besonderen Schwerpunkt in den Gemeinden der Neuapostolischen Kirche gefeiert. Jeder hat in seinem persönlichen Umfeld Nachbarn, Kollegen, Freunde etc., die in ihrem Leben bisher keinerlei Beziehung zu Gott hatten. Viele Menschen entschlafen, ohne zuvor eine Beziehung mit Gott erlebt zu haben.
Wir wissen, es besteht die Möglichkeit für alle Seelen, Erlösung und Heil zu finden. Unsere Aufgabe ist es daher, ein offenes Herz zu haben und für diese Seelen in Fürbitte einzutreten. Damit vermitteln wir, dass wir uns um diese Seelen kümmern und dass sie nicht allein sind, denn Jesus Christus ist jederzeit für alle Menschen ansprechbar.
Weiterhin erläuterte Priester Wagner, dass in früheren Zeiten alle wichtigen Dinge in einer Dorfgemeinschaft auf dem meist zentral gelegenen Marktplatz stattfanden. Und so brachten sie die Kranken zum Marktplatz, um ihnen die persönliche Begegnung mit Jesus zu ermöglichen. Dadurch hatten sie die Möglichkeit, den "Saum seines Gewandes" zu berühren, um daraus Kraft, Heilung und Vergebung der Sünden durch ihn zu erlangen. So wie es in der Begebenheit mit der blutflüssigen Frau beschrieben ist, die Heilung nach langen Jahren des Wartens erlangte, allein durch die Berührung des Gewandes von Jesus Christus (vgl. Markus 5,21-43).
Der Marktplatz sei als Sinnbild der zusammenstehenden Gemeinde im Gottesdienst zu verstehen, erklärte Priester Wagner. Im Gottesdienst können alle, die an ihn glauben, auch die bereits entschlafenen Seelen, eine Begegnung mit Jesus Christus haben. Wir haben eine Verbindung zu Jesus Christus aufgebaut und glauben an die Heilung durch ihn, wie wir es auch schon selbst erlebt haben. Deshalb wollen wir beten für die Seelen, die schon hinübergezogen sind, und in Fürbitte für sie eintreten.
Es gibt auch viele Menschen, die namenlos im Krieg oder durch Unfälle in die Ewigkeit gegangen sind, erläuterte der Vorsteher. An der See im Norden unseres Landes gibt es Friedhöfe, auf dem Menschen namenlos beerdigt werden. Sie verloren ihr Leben auf See und ihre Namen und Herkunft können nicht mehr ermittelt werden. Bei Gott ist jedoch keine Seele namenlos, er kennt sie alle. Wir wollen auch dieser vielen „namenlosen" Seelen gedenken und ihnen mit unserer Fürbitte vermitteln: „Christus kennt auch dich“.
Letzter Predigtbeitrag von Priester Sator
Priester Uwe Sator betonte, dass wir mit Freuden dienen und immer die Beziehung zu Gott suchen wollen. Er erinnerte sich an eine Glaubensschwester in der Gemeinde, die beim ersten Seelsorgegespräch mit ihm zum Ausdruck brachte: „Wir haben jetzt ein Verhältnis“. So wollen auch wir die Beziehung zu Gott gestalten. Er ist immer für uns da, drängt sich aber nicht auf. Jeder muss selbst zu ihm kommen,
Unsere Aufgabe sei es, stets die Beziehung und Verbindung mit Gott zu überprüfen, darin nicht nachzulassen und auch für den Nächsten um Heil und Erlösung zu beten, so die abschließenden Worte von Priester Sator.
Ruhesetzung Priester Uwe Sator
In seinen vorbereitenden Worten zur Ruhesetzung führte Priester Wagner aus, dass es Priester Sator immer wichtig war, die Nähe zu Gott aufrecht zu erhalten. Kranke und ältere Geschwister lagen ihm immer besonders am Herzen. Sein Dienst wird mit der Ruhesetzung auch nicht vollständig enden. Im Auftrag des Apostels wird er auch künftig Krankenbesuche mit der Feier des Heiligen Abendmahles durchführen.
Sein Dienen war stets von der Verbindung zum Apostolat und von Demut geprägt: “Ich weiß, dass ich vor Seelen stehe und nicht vor Zuhörern“, so die Worte von Priester Sator, der im beruflichen Kontext oft vor Zuhörern sprechen musste.
Der Vorsteher erwähnte noch einige wichtige Daten aus seinem Leben:
- Im September 1986 empfing Uwe Sator sein erstes Amt für die Gemeinde Warburg
- In 1997 wurde er zum Priester ordiniert und diente 18 Jahre als Priester in der Gemeinde Warburg.
- Da sein gesundheitlicher Zustand stark angegriffen war, wurde er vor zehn Jahren in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.
- Im Jahr 2020 konnte er für die Gemeinde Vellmar wieder im Priesteramt bestätigt werden.
- Nach der Schließung der Gemeinde Vellmar wurde der Priester in der Gemeinde Calden bestätigt.
Bezirksvorstehervertreter Marco Wagner versetzte Priester Uwe Sator im Auftrag des Apostels und in Vertretung für den erkrankten Bezirksältesten Tümmler in den Ruhestand. Anlässlich der Ruhesetzung sprach er seine Dankbarkeit für das langjährige Dienen des Priesters in den verschiedenen Gemeinden aus, so auch in der Gemeinde Calden. Er übermittelte ebenso ausdrücklich auch den Dank des Apostels und des Bezirksvorstehers an Priester Sator und seine Ehefrau.
Nach der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahles und dem dreifachen Schlusssegen zum Ende des Gottesdiensts bot sich den Glaubensgeschwistern der Gemeinde die Gelegenheit, sich persönlich bei Priester Sator für seine Arbeit zu bedanken und ihm und seiner Ehefrau alles Gute für den künftigen Ruhestand zu wünschen.
23. März 2025
Text:
Angelika Kinzel
Fotos:
Rudi Trebing,
Natascha Wagner
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