Am Mittwoch, 30. Juli 2025 besuchte Bezirksapostel Stefan Pöschel die Gemeinde Calden. Eigentlich hatte sich Bezirksvorsteher Sascha Tümmler zum Feiern des Gottesdienstes angemeldet.
Gegen 19:40 Uhr öffnete sich die Tür der Sakristei und Bezirksapostel Stefan Pöschel trat überraschend hinein. In der seit 60 Jahren bestehenden Kirche im Harter Weg 40 war laut Chronik bislang noch kein Bezirksapostel zum Feiern eines Gottesdienstes gekommen. Die Freude über diesen unerwarteten Überraschungsbesuch war nicht nur bei den Geistlichen groß: Auch die Gemeinde war sichtlich bewegt, als der Bezirksapostel an den Altar trat.
"Du hast Gaben von Gott empfangen - mach was draus" war das Motto des Gottesdienstes, dem Bezirksapostel Pöschel das Bibelwort aus Matthäus 25,21 zugrunde legte: "Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!"
Mach dir bewusst, dass du in der Sonne Gottes wächst
Zu Beginn seiner Predigt inspirierten die Sonnenblumen im Altargesteck zu dem Gedanken, dass die Sonnenblumen sich immer nach der Sonne ausrichten. Geistig betrachtet bedeute dies, sich nach Gott auszurichten.
Gleichnis von den Talenten
Im Hauptteil der Predigt erläuterte der Bezirksapostel zunächst das Gleichnis von Jesus Christus, in dem der Herr außer Landes ging und sein Vermögen drei Knechten anvertraute. Zwei von ihnen handelten mit den Talenten und hatten das Anvertraute verdoppelt, als der Herr nach langer Zeit wiederkam. Der Dritte hatte das Vermögen vergraben und nicht damit gehandelt.
Jeder neuapostolische Christ habe durch die Taufe aus Wasser und Geist die gleiche Gabe erhalten: die Gabe des Heiligen Geistes und dieselbe Liebe Gottes (vgl. Römer 5,5). Darüber hinaus, so der Bezirksapostel, habe jeder individuelle Gaben empfangen, ob handwerkliche oder intellektuelle Fähigkeiten wie beispielweise Zuhören zu können. Zudem habe jeder unterschiedliche Lebensbedingungen: ob vermögend oder arm, gesund oder krank, usw.
Du hast Gaben empfangen - mach was draus!
Es gelte für jeden, die von Gott gegebenen Gaben (Begabungen) einzusetzen. Es genüge nicht, einmal die Gabe des Geistes empfangen zu haben, sondern man müsse sie auch zur Wirkung bringen. Gott möchte, dass wir treu sind mit all diesen Gaben. Bei der Versiegelung, der Konfirmation, der Hochzeit, bei der Taufe der Kinder oder in bestimmten Lebenssituationen habe man versprochen, Treue zu halten. Dies gelte es einzuhalten.
Bezirksapostel Pöschel zeigte einige Möglichkeiten des Handeln auf. Wer die Gabe des Zuhörens habe, solle sie gern für den Nächsten einsetzen, beispielsweise für den, der krank ist. Wer vermögend ist, könne gern die Arbeit der weltweiten Kirche unterstützen.
Selbsttest
Inwieweit die Geistesgaben genutzt werden, könne man selbst überprüfen, indem man sich frage:
- vertraue ich meinem Gott heute mehr als früher?
- bin ich bereit, einfach aus Liebe zu dienen ohne eine Gegenleistung zu erwarten?
- brauche ich länger, um meinem Nächsten zu vergeben?
Nach dem Predigtbeitrag von Bezirksältestem Sascha Tümmler war die ganze Gemeinde zur Feier des Heiligen Abendmahls eingeladen. Im Anschluss an den Gottesdienst, der vom Gemeindechor umrahmt wurde, nutzten alle Gottesdienstteilnehmer bei der Verabschiedung die Möglichkeit, ihre Freude über den Überraschungsbesuch zum Ausdruck zu bringen. Das Erleben eines Bezirksapostelgottesdienstes in Wohnzimmeratmosphäre war ein einmaliges Erlebnis.
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