Am Sonntag, 13. Oktober 2024 waren alle Senioren des Bezirks Kassel-Korbach zu einem Gottesdienst mit anschließender Gemeinschaftspflege nach Wolfhagen eingeladen. In der Kulturhalle feierte um 10 Uhr Bezirksvorstehervertreter Priester Maik Augustin den Gottesdienst. In der benachbarten Stadthalle gab es dann Verpflegung zum Mittag und Zeit für den Austausch und für einzelne Programmpunkte.
Bezirksvorstehervertreter Priester Maik Augustin diente mit dem Bibelwort, welches er aus der Hand von Apostel Kisselbach erhalten hatte: "Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet." (Römer 12,12)
Zu Beginn seiner Predigt blickte der Bezirksvorstehervertreter mit viel Ehrfurcht auf den Kreis der Senioren. Es seien nicht nur die 160 Anwesenden, sondern auch die Vielen, die bereits in der Ewigkeit sind, die gemeinsam mit der sichtbaren Gemeinde Gottesdienst feiern würden.
Rezepte für das Leben in der Gemeinde
Der Abschnitt in der Heiligen Schrift, aus dem das Bibelwort stammte, ist mit "Das Leben der Gemeinde" überschrieben. Priester Augustin zitierte Apostel Wolfgang Schug, der im Zusammenhang mit dem Kreis der Senioren im Bezirk von der "Schatzkammer" der Gemeinden aufgrund des vorhandenen "Glaubensgoldes" sprach.
Ebenfalls zitierte Priester Augustin ein Jugendtagsmotto "Du bist wer!" und gab jedem die Sicherheit mit, dass Gott einen jeden genau an die richtige Stelle in der Gemeinde stelle.
In dem vorgelesenen Bibelwort seien drei Rezepte enthalten, so Priester Augustin.
1. Rezept: Seid fröhlich in Hoffnung
Der Priester lenkte den Blick auf die Hoffnung, die wir als Kinder Gottes haben. Es sei die Hoffnung auf eine ewige Gemeinschaft mit Jesus Christus. Und mit dieser Hoffnung dürften wir nicht nur fröhlich sein, sondern uns wahrhaft freuen.
2. Rezept: Seid geduldig in Trübsal
Priester Augustin sprach von zwei Ebenen der Trübsal. Die erste Ebene seien die natürlichen Sorgen und Belastungen. Er sprach auch beispielsweise von dem Verlust des Ehepartners und dem Alleinsein, gab aber auch Trost: Man sei nie allein, denn Gott sei immer an unserer Seite.
Die zweite Ebene könnte die Traurigkeit sein, dass Kinder oder Enkel nicht mehr die Gottesdienste besuchen. In diesem Zusammenhang zitierte der Priester unseren Stammapostel, der sich mit diesem Thema beschäftigte und auf das Gleichnis Jesu vom verlorenen Sohn hinwies: Der Weg zurück ist jederzeit offen. Gott ist treu und lasse daher die nicht im Stich, die ihn verlassen haben. Gott liebt sie weiter! Wir sollen geduldig bleiben und eine offene Gemeinschaft bilden, für jeden, der zurück- oder hinzukommen möchte. Desweiteren stellte der Bezirksvorstehervertreter die Frage, wie wir denn in der Familie von unserem Glauben reden würden? Mit dem Gedanken aus dem Zentralgottesdienst "Wir können's ja nicht lassen, zu reden von dem was wir gesehen und erlebt haben", sollen es die positiven Dinge unseres Glaubens sein, die wir gerne teilen wollen.
3. Rezept: Seid beharrlich im Gebet
Für dieses Rezept griff Priester Augustin in seine Tasche und holte eine Postkarte heraus, die in Verbindung mit dem Jahresmotto "Beten wirkt" erstellt worden ist. Auf dieser steht: "Mir reicht's - ich gehe beten!" Und er gab den Rat: "Wenn du mal nicht beten kannst, dann wende dich an deinen Amtsträger oder deinen Nächsten und bitte ihn, mit dir zu beten."
Wirkung eines Rezepts
In seinem Predigtbeitrag sprach Priester Peter Forster, stellvertretender Vorsteher der Gemeinde Kassel-Nordost, dass man im Alter meist öfter zu Ärzten gehen muss und oft ein Rezept erhalte. Würde man das Rezept nur in die Ecke legen oder die Medikamente nur in der Apotheke abholen, dann würde daraus keine Hilfe oder Veränderung erfolgen.
Sein Arzt hätte mal gesagt, dass er vielen Menschen lieber einen Pudel "verschreiben" würde und meinte damit, dass er dem Patienten lieber Bewegung und eine Verantwortung "verschreiben" würde. Der Priester deutete diesen Gedanken, dass man sich um den Nächsten kümmern solle.
Er berichtete auch von ersten Auswirkungen des Zentralgottesdienstes. Man habe nicht nur davon gesprochen, wohin man am Sonntag ginge, sondern man habe eingeladen mitzukommen und diese Einladung wurde angenommen.
Vorbereitung des Heiligen Abendmahls
Evangelist Marco Lüttich, Vorsteher der Gemeinde Kassel-Harleshausen, blickte in der Vorbereitung auf die Feier des Heiligen Abendmahls auf die Situation zur Zeit Jesu. Jesus hielt Gemeinschaft mit seinen Jüngern und so blickten die Jünger auf Jesus, wie er das Abendmahl feierte. Heute feiern wir das Abendmahl in jedem Gottesdienst und es sei die gleiche Gemeinschaft mit dem Sohn Gottes wie damals.
Fortgang des Tages
Nach der Feier des Abendmahls, dem Gebet und Schlusssegen sang der Seniorenchor das Schlusslied.
Im Anschluss war die Gemeinde eingeladen, in der benachbarten Stadthalle zum Essen zusammenzukommen. Ein umfangreiches Buffet herzhafter und süßen Speisen war angerichtet und über 100 Teilnehmer waren zum Essen und weiteren Programm geblieben.
Nach einem Bildervortrag über die Seniorenreise nach Hameln und das Grillen auf der Freilichtbühne Niederelsungen ging der Tag der Gemeinschaft langsam zuende.
Den vielen Helfern sei Dank für alle Organisation und das Gelingen dieses Tages.
15. Oktober 2024
Text:
Marco Wagner
Fotos:
Wolfgang Zier
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