Am Sonntag, 19. April 2026 fand der Konfirmationsgottesdienst für dreizehn von vierzehn der diesjährigen Konfirmand*innen des Bezirks in der Mehrzweckhalle Vellmar-Frommershausen statt. Neben ihren Familien und Gästen waren auch alle Gemeinden des Bezirks zu dem Gottesdienst mit Apostel Kisselbach eingeladen. Der Bezirkschor und das Bezirksorchester umrahmten den Gottesdienst musikalisch.
Als Grundlage der Predigt diente das Bibelwort aus Matthäus 10, 32: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.“
Zu Beginn wandte sich Apostel Gerd Kisselbach direkt an die Konfirmand*innen und sprach darüber, dass die Konfirmation ein sehr besonderer Tag ist, der sicher mit etwas Aufregung verbunden sei. Er ermutigte die Konfirmand*innen sowie ihre Eltern, den Tag auch bewusst als Tag der Freude wahrzunehmen und zu feiern.
Die Gemeinden sind bunt
Mit Bezugnahme auf den Altarschmuck, der in Form eines farbenfrohen Regenbogens gestaltet war, ging der Apostel auf die Vielfalt einer Gemeinde ein. Eine Gemeinde sei bunt und beinhalte eine große Bandbreite an Generationen, Einstellungen und Meinungen, und doch eine uns der Glaube an Jesus Christus.
Öffentlich sichtbares Bekenntnis
Apostel Kisselbach bat Diakon Henrik Fischer, sein Jackett auszuziehen – zum Vorschein kam ein rotes Trikot und es war deutlich erkennbar, dass ein Fußballfan des VfB Stuttgart vor uns stand. Auch Bischof Sascha Tümmler wurde nach vorne gebeten, dieser hatte jedoch kein Trikot an. Dass er HSV-Fan ist, war ihm nicht anzusehen. Der Apostel übertrug dies auf unseren Glauben: Jesus wünsche sich, dass wir Menschen uns öffentlich zu ihm bekennen. Und das bedeute nicht, dass ein schwarzer Anzug das „Trikot des Christen“ sei. Es sei schön, wenn unser Umfeld im alltäglichen Leben durch unser Handeln merke, dass wir Christen sind. Im Folgenden ging Apostel Kisselbach auf drei Aspekte ein, wie wir Christus bekennen können.
Wenn die Liebe ein sichtbarer Bestandteil unseres alltäglichen Lebens ist, beispielsweise in der Schule oder beim Umgang mit Freunden, sei dies ein öffentliches Bekenntnis zu Gott. Als Beispiele aus der Bibel nannte der Apostel das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und die Rede vom Weltgericht (Matthäus 25,31 ff), in der beschrieben ist, dass wir Gott Gutes tun, wenn wir gegenüber unseren Mitmenschen liebevoll und hilfsbereit handeln.
Bekenntnis zur Wahrheit
Als Christen bekennen wir uns außerdem zur Wahrheit. Apostel Kisselbach ermutigte die Konfirmand*innen und die gesamte Gemeinde, bei der Wahrheit zu bleiben, auch wenn dies manchmal zum eigenen Nachteil sei. Wahrheit mache uns als Christen glaubwürdig.
Frieden stiften als Bekenntnis zu Gott
Der dritte Aspekt war Frieden als Gestalter unserer Begegnungen. Anhand einer persönlichen Erfahrung, in der er versehentlich wiederholt anderen die Vorfahrt nahm und zwei sehr konträre Reaktionen erhielt - Wut/Ärger sowie Gelassenheit/Lächeln - zeigte der Apostel auf, dass Begegnungen aktiv durch unser Verhalten gestaltet werden und je nach Reaktion in komplett gegensätzliche Richtungen verlaufen können. Wenn das Verhalten gegenüber dem Nächsten von Frieden geprägt ist, sei dies auch ein Bekenntnis zu Gott.
Auch wenn das Natürliche überschattet ist von globalen Krisen und Konflikten, sei durch unser Bekenntnis zu Gott unsere Zukunft eine gute: die ewige Gemeinschaft mit Gott. Der Apostel schloss die Predigt mit dem Gedanken, dass – wenn wir uns zu Christus bekennen - sich auch Christus vor Gott zu uns bekennt. Die Wirkung dessen sei größer als alles, was wir uns vorstellen können.
Sein eigenes Verhalten reflektieren
Nach einem Orchesterstück ging Bezirksvorsteher Maik Augustin in seinem Predigtbeitrag darauf ein, dass in der heutigen Gesellschaft christliche Werte oftmals belächelt würden und ein offenes Bekennen zu Christus dadurch nicht immer leicht sei. Petrus hatte Jesus dreimal verleugnet und weinte darüber. Auf die Frage Jesu „Hast du mich lieb?“ antwortete Petrus „Ja“, woraufhin Jesus ihm Verantwortung und einen Auftrag gab: „Weide meine Schafe“. Übertragen auf die heutige Zeit heiße das, es könne passieren, dass wir durch unser Verhalten Jesus verleugnen. Wichtig sei, dass man sein Verhalten reflektiere, bereue und aus ganzem Herzen sagen könne: „Ich habe Jesus lieb“.
Die Liebeserklärung von Jesus Christus erwidern
Anschließend bereitete Priesterin Natascha Wagner die Gemeinde auf die Sündenvergebung und Feier des Heiligen Abendmahls vor. Jesus bekenne sich in diesen Momenten immer wieder neu zu uns. Er sei auf die Erde gekommen und habe sein Opfer gebracht, weil er ewige Gemeinschaft mit uns möchte. Wir seien nun eingeladen, diese Liebeserklärung Jesu zu erwidern und uns auch zu Jesus zu bekennen.
Ansprache an die Konfirmand*innen
Nach der Sündenvergebung und dem Verlesen des Briefs an die Konfirmand*innen durch Bischof Sascha Tümmler sangen die Singflöhe und der Jugendchor gemeinsam das Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“. Darauf bezugnehmend verglich Apostel Kisselbach in seiner Ansprache an die Konfirmand*innen diesen Stein mit dem Segen Gottes, den sie empfangen. Auch wenn sich die Wellen der Aufregung nach dem Tag der Konfirmation legen und Ruhe einkehrt, bleibt der Segen Gottes dauerhafter Bestandteil des Lebens.
Aus dem kürzlich von Stammapostelhelfer Helge Mutschler durchgeführten Konfirmationsgottesdienst griff Apostel Kisselbach einige Gedanken auf, u.a. dass der Segen sei wie ein neues Handy (Gott ist immer erreichbar), wie ein guter Trainer (Ermutigung, hält Glaube in Bewegung) und wie der Geruch, der nach einem Arbeitstag an einem Bäcker haftet (Erkennbarkeit christlicher Werte). Ergänzend verglich er den Segen außerdem mit einem Kompass (Richtungsweiser) und Fernglas (vorausschauender Blick in die Zukunft).
Nach dem Ablegen des Gelübdes empfingen die Konfirmand*innen den Segen zu ihrer Konfirmation und anschließend feierte die große Gemeinde Heiliges Abendmahl. Mit Schlusssegen und Musikbeitrag wurde der Gottesdienst beendet und es bestand die Möglichkeit, den neuen Jugendlichen zu gratulieren.
29. April 2026
Text:
Rosalie Diederich
Fotos:
Simon Kisselbach
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