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Gottesdienst mit Bezirksapostel Pöschel
in der Stadthalle Fritzlar

 

Am Mittwoch, 6. Mai 2026 feierte Bezirksapostel Stefan Pöschel in der Stadthalle Fritzlar einen Gottesdienst, zu dem alle Gemeinden des Bezirkes Kassel-Korbach eingeladen waren. Die über 400 Gottesdienstteilnehmer vor Ort und über 300 Teilnehmer per IPTV und Telefon durften den Gottesdienst miterleben, in dem eine weitere Diakonin für die Gemeinde Kassel-Südwest ordiniert wurde.

Grundlage für die Predigt war das Bibelwort aus 1. Korinther 4,5: „Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen wird. Dann wird auch einem jeden von Gott Lob zuteilwerden.“

Dinge im Licht Gottes sehen

Apostel Paulus schrieb seinerzeit in dem Brief an die Gemeinde zu Korinth, dass das menschliche Wissen nur sehr lückenhaft sei, die göttliche Wahrheit jedoch vollkommen. Der Bezirksapostel stellte fest, wie sehr dieses Wissen an Umfang zugenommen habe, ja schier unendlich geworden sei, auch Dank des technischen Fortschritts. Und dennoch reiche es nie an das göttliche Wissen heran. Erst bei der Wiederkunft Jesu werde die ganze Wahrheit offenbar. Deshalb wollen wir in unserem Urteilsvermögen auf Gottes Wort vertrauen, um nicht Gefahr zu laufen, aus Unwissenheit vorschnell zu urteilen oder gar zu verurteilen. Bezirksapostel Pöschel zählte drei Punkte auf, die uns helfen mögen, mit unserem mangelhaften Wissen richtig umzugehen.

Wie sehen wir Gott?

Als ersten Punkt führte der Bezirksapostel an, welchen Blick wir auf Gott haben. Erscheine er uns nicht ungerecht, weil es den Gottlosen besser gehe als jenen, die sich stetig bemühen, ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen? Dieser Eindruck mag entstehen aus der Sicht des unvollkommenen Menschen. Die Antwort darauf befindet sich im Propheten Maleachi 3, 14-18.

Wer Gott fürchtet, den wird dieser nicht vergessen. Am Beispiel des Propheten Elia wiederum könnte der Eindruck entstehen, Gott sei ja schwach. Auch Elia wusste nicht alles, er sollte deshalb auf Gottes Stärke vertrauen.

Im Alltag werden uns mancherlei Prüfungen auferlegt, so der Bezirksapostel. Dann stelle sich vielleicht die Frage, ob wir Gott nicht gleichgültig geworden seien. Hier erinnerte er an das Volk Israel. Es wurde aus Ägypten herausgeführt und errettet. Dennoch musste es vierzig Jahre durch die Wüste wandern und einen großen Umweg in Kauf nehmen. Nur Gott sah die Gefahr durch die kriegerischen Philister und konnte so das Volk bewahren.

Hier forderte der Bezirksapostel die Gläubigen auf, sich selbst zu ermuntern, darauf zu vertrauen, dass Gott alles wohl mache. Denn seine Gedanken seien nicht unsere Gedanken.

Uns steht es nicht zu, zu urteilen

Als zweiten Punkt stellte Bezirksapostel Pöschel die Frage, welchen Blick wir auf unseren Nächsten haben. Wie schnell werde geurteilt und wie oft kann der Schein trügen. Als Beispiel führte er die arme Witwe an. Sie opferte ihr letztes Scherflein, während die Reichen mit Leichtigkeit eine deutlich höhere Summe gaben. Gott sah nicht auf den Betrag, sondern auf die Herzenseinstellung. Die Witwe gab aus Liebe zu Gott alles, was sie besaß, auch wenn es nur ein bescheidener Teil war.

Als weiteres Beispiel wurde das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner im Tempel genannt. Der Pharisäer konnte gute Taten vorweisen, der Zöllner aber hatte viel Schuld auf sich geladen. Darüber zu urteilen, stehe uns nicht zu, so der Bezirksapostel. Nur Gott allein kann die Schuld ermessen. Wir wollen nicht urteilen, auf dass wir nicht selbst gerichtet werden, empfahl der Bezirksapostel mit Blick auf die Bergpredigt.

Unser Selbstbildnis

Als letzten Punkt nannte Bezirksapostel Pöschel unser eigenes Bild. In erster Linie wollen wir Gott gefallen. Was andere über uns denken, sei zweitrangig. Statt zu urteilen, soll der Blick auf uns selbst gerichtet sein. Auch Selbstgefälligkeit finde bei Gott keinen Gefallen.

Am Tag des Herrn werden wir staunen über das, was uns bisher noch verborgen ist, dann wird es keine Fragen mehr geben.

Göttliche Sichtweisen

Apostel Gerd Kisselbach beschrieb die Gedanken des Bezirksapostels als Bilder: das Gottesbild, das Bild des Nächsten und das Eigenbild. Dabei umriss er kurz, dass Fotografien nach vielen Jahren verblassen und an Qualität verlieren würden. Er formulierte die Frage, ob die genannten Bilder in unseren Augen noch den vollen Glanz zeigten oder ob sie an Schönheit verloren hätten. Er hob hervor, dass Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ist - der da ist, der war und der da kommt. Diese Sichtweise mache Gott groß und lasse das Gottesbild strahlen.

Der Nächste ist uns nicht immer angenehm, Hass und Lächerlichkeit bestimmen oft den Blick der Menschen untereinander, aber Gott liebt alle Menschen gleich, so der Apostel. Diese Einstellung zeige ein schönes Bild unseres Nächsten. Und der Blick auf uns selbst möge erkennen lassen, dass wir von Gott gewollt und geliebt sind.

Wir wollen diese Bilder bewusst mit in unseren Alltag nehmen und auch anderen Menschen zeigen. Dabei vertrauen wir ganz auf Gott, der uns vollenden möchte.

Jesus sieht auf die Sünder

In Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl verwies der Bezirksapostel auf den Tag des Herrn. Dann erst werden wir die volle göttliche Wahrheit erkennen. Im Heiligen Abendmahl dürfen wir jetzt schon Begegnung haben mit Jesus Christus und uns fragen, welchen Blick unser Erlöser auf uns hat. Sind wir von Frieden erfüllt, richten wir unseren Nächsten oder lassen wir ihm auch einmal den Vortritt?

Gemeinde Kassel-Südwest erhält weitere Diakonin

Im Anschluss an das Heilige Abendmahl ordinierte Bezirksapostel Pöschel mit Silke Würzler eine weitere Diakonin. Vorbereitend sang der Chor das Lied „Ich möchte gern ein Segen sein“. Silke Würzler sei dem Ruf Gottes gefolgt, zum Segen der Gemeinde, so der Bezirksapostel. Als Diakonin werde sie ausgestattet mit der Vollmacht der rechten Wortverkündigung. Dabei gebe Gott die passenden Gedanken. Des Weiteren erhalte sie die Befähigung, den Wortgottesdienst trinitarisch zu beginnen und mit Segen zu beenden. Einen großen Stellenwert nehme die Seelsorge ein. Auch wenn es mal schwierig werden sollte, ein zusätzliches Gebet mit den Geschwistern helfe weiter, empfahl der Bezirksapostel, denn Gott stehe hinter dem Amtsauftrag. So werden der Amtskörper und auch die Gemeinde sie an- und aufnehmen.

Abschließend wurde der Gottesdienst, der von Chor und Orchester musikalisch umrahmt wurde, mit Gebet und Segen beendet.

17. Mai 2026
Text: Peggy Hanssen
Fotos: Simon Kisselbach

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