Felsberg. Am Sonntag, 1. September 2024 feierte die Gemeinde Baunatal bereits zum zweiten Mal einen Open-Air-Gottesdienst an der Grillhütte in Felsberg-Melgershausen. 76 Gottesdienstteilnehmer versammelten sich bei idealen Wetterbedingungen unter freiem Himmel.
Das Bibelwort zu diesem Gottesdienst ist nachzulesen in 1. Mose 3,8: „Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn zwischen den Bäumen im Garten“.
Paradies - Inbegriff für Frieden und Harmonie
Zu Beginn begrüßte der Vorsteher Evangelist Ralf Edinger die Glaubensgeschwister aufs herzlichste und erwähnte, dass im Vorfeld des Gottesdienstes einige Vorbereitungen notwendig waren. In diesem Zuge wurde auch die nahe gelegene Heiligenburg besichtigt, die einen herrlichen und großzügigen Blick auf die Umgebung gewährt. Der Ausblick komme dem Paradies gleich, so schwärmte der Vorsteher.
Damit schlug er zugleich eine Brücke zum oben genannten Bibelwort. Paradies, das sei der Inbegriff für Frieden und Harmonie, wo der Mensch mit sich im Einklang ist, so der Vorsteher. Er betonte, dass aus göttlicher Sicht das Paradies die engste Liebesbeziehung zwischen Gott und den Menschen darstellte, bis zum Moment des Sündenfalls. Daraufhin mussten die Menschen das Paradies verlassen, aber die Liebe Gottes blieb davon unberührt. Gott wachte auch weiterhin über sie, indem er sie kleidete. Und er sandte seinen Sohn auf die Erde als Bindeglied zwischen Gott und den sündhaften Menschen.
Vorbereitung der Brautgemeinde
Heute dürften wir Jesus im Apostelamt erleben, dessen Aufgabe es ist, die Brautgemeinde vorzubereiten auf das Wiederkommen Jesu, führte der Vorsteher weiter an. Dazu stellte er folgende Fragen in den Raum: Wie gehen wir damit um? Verstecken wir uns vor Gott, so wie einst Adam und Eva? Oder sehen wir es als Einengung oder gar Bevormundung an?
Es gebe viele Aspekte, die dafür sorgen könnten, dass wir uns vor Gott zurückziehen. Durch das Apostelamt werden wir aufgefordert, uns nicht zu verstecken, sondern dem Ruf zu folgen und uns vorbereiten zu lassen auf den Tag des Herrn. Dies geschehe, indem wir das Wort Gottes und die Sakramente annehmen und würdig zum Tisch des Herrn treten. Der Opfertod Jesu ist die Voraussetzung, nach Gottes Willen paradiesische Zustände wiederherzustellen.
Gott leitet uns auch ohne Worte
Priester Reinhold Becker, Vorsteher der Gemeinde Wolfhagen, stellte in seinem Predigtbeitrag an den Anfang, dass wir unseren himmlischen Vater auch richtig verstehen müssten. Es könne passieren, dass man auch einmal aneinander vorbeiredet. „Ich will dich leiten mit meinem Aug“- diese Liedzeile beschreibe sehr schön, dass Gott uns auch ohne Worte erreichen kann, so der Priester. Er ergänzte, dass die heutige Botschaft laute, dass wir uns und unsere Taten nicht verstecken wollen. Adam wurde gefragt: "Wo bist du?" Übertragen auf das Geistige könnte man sagen: Welchen Standpunkt vertritt ein jeder von uns? Sehen wir überheblich auf unseren Nächsten oder sehen wir mit dem Auge Gottes? So wie Gott uns liebt, so wollen auch wir unseren Nächsten lieben, war die Aufforderung von Priester Becker. Das sei nicht zu viel verlangt, wenn wir dafür ewige Freude und Frieden erleben dürften.
Gott liebt uns trotz der Trennung
Priester David Kisselbach stellte heraus, dass es auf den ersten Blick wie ein harter Schnitt anmute, als die Menschen das Paradies verlassen mussten. Letztlich war es eine Konsequenz dessen, dass die Menschen gegen eine Regel verstoßen hatten. Auf den Sündenfall folgte unweigerlich die Trennung von Gott. Trotz dieser Trennung versorgte Gott die Menschen weiter. Das sei nur mit der unendlichen Liebe und großen Gnade unseres Gottes zu erklären, betonte der Priester. Daraus resultierend hatte Gott verheißen, seinen Sohn zu senden, der der Schlange den Kopf zertreten sollte. Im Heiligen Abendmahl dürften wir Jesus erleben. Er nehme uns mit offenen Armen an, wenn wir auf ihn zugingen, erklärte abschließend der Priester.
Daraufhin feierte die versammelte Gemeinde das Heilige Abendmahl und beendete den Gottesdiest mit Gebet und Schlusssegen.
Gemeinschaftspflege
Im Anschluss erfolgte ein fröhliches Beisammensein, für welches das Areal der Grillhütte beste Voraussetzungen bot. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Bei Spaß und Spiel sowie regem Austausch zwischen den Gemeindemitgliedern fand das Gemeindefest seinen Ausklang.
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