Am Sonntag, 17. September 2023 erlebte die Gemeinde Baunatal ein weiteres Fest: Die Glaubensgeschwister Heidi und Jürgen Zier erhielten den Segen zu ihrer Rubinhochzeit.
Gefeiert wurde der Gottesdienst von Evangelist Ralf Edinger, dem Vorsteher der Gemeinde, welcher mit dem Bibelwort aus Matthäus-Evangelium 6; 3,4 diente: „Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, auf dass dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir´s vergelten.“
Mit Liebe geben aus Dankbarkeit
Zu Beginn des Gottesdienstes erklärte der Vorsteher, dass Barmherzigkeit eine Verknüpfung von Geben und Nehmen sei. Zudem stelle es eine Herzenssache dar, sich Bedürftigen zuzuwenden. Als Gegenbeispiel führte er den Pharisäer an, der gute Werke vollbrachte, sich dabei aber in den Vordergrund stellte und somit den Hilfsbedürftigen beschämte. Wir alle hätten von Gott Almosen erhalten: Gaben, die unsere geistige und irdische Lebensgrundlage bilden. Von diesen Gaben sollen wir wiederum anderen reichlich abgeben.
Tiefe Dankbarkeit solle die Motivation zum Geben sein, so der Vorsteher. Alles, was wir von Gott empfangen haben, mache uns demütig. Er habe uns aus Liebe beschenkt, mit Liebe wollen auch wir geben, denn Liebe erreiche das Herz. Die Liebe höre zu und stehe nicht im Mittelpunkt. Durch Liebe seien wir versöhnungsbereit auch über die Vernunft hinaus. Und nicht zuletzt solle diese Liebe, die wir empfangen haben, weitergegeben werden als Gottes Gabe, damit sie aufgehe wie Samen und reichlich ausgeteilt werde.
Gott sieht alle Gaben
In seinem Predigtbeitrag griff Priester Wolfgang Lengemann den Gedanken auf, dass Gott alle Gaben sehe, auch jene, die nicht immer sichtbar seien. Auch in der Gemeinde gäbe ein jeder, was er hat, vieles davon geschehe im Verborgenen. Er fügte an, dass er in besonderer Beziehung zum Ehepaar Heidi und Jürgen stehe. Er sei damals deren Trauzeuge gewesen und kenne auch die Familien der beiden sehr gut. Diese habe er kennengelernt als herzensgute Menschen, die wenig Materielles besaßen, aber von dem Wenigen abgaben, wo immer es möglich war. Immer hätten sie dabei Gott unseren Herrn in den Mittelpunkt gestellt.
Nächstenliebe – eine zentrale Aufgabe
Priester Tobias Vogt, der das Ehepaar Zier als Seelsorger betreut, betonte, dass die beiden nie im Mittelpunkt stehen. Was sie an Nächstenliebe übten, geschehe im Stillen. Damit stellte er eine Verbindung zum Bibelwort des Gottesdienstes her. In Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl stellte er heraus, dass Nächstenliebe eine Voraussetzung für Vergebung sei, denn wenn wir Fehler gemacht haben, dann wollen wir keine große Sache daraus machen. Er stellte die Frage in den Raum, wo wir Nächstenliebe erwarten würden.
Dazu erzählte er eine kleine Geschichte von einem Mann, der im Gotteshaus versehentlich den Gottesdienst störte und dafür reichlich Ärger und Ablehnung erfahren hatte. Anschließend passierte ihm in einer Gastwirtschaft ein Missgeschick, was ihm erneut äußerst peinlich war und ihn wieder Ärger erwarten ließ. Dieses Mal reagierte das Umfeld jedoch verständnisvoll, ja sogar hilfsbereit. Der Mann habe Nächstenliebe erfahren. Dieses Beispiel soll uns sensibilisieren, dass das Wohlwollen mit unserem Nächsten eine zentrale Stelle einnehmen möge.
Segenshandlung zur Rubinhochzeit
Im Anschluss an das Heilige Abendmahl empfing das Ehepaar Zier den Segen zur Rubinhochzeit. Begleitend legte der Vorsteher ein Bibelwort zu Grunde, nachzulesen im 1. Thessalonicher 5,16-18: „Seid allzeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ Der Vorsteher betonte, dass Heidi und Jürgen in ihrem Leben Jesus in den Mittelpunkt gestellt haben. Dem Herrn zu dienen, ziehe sich wie ein roter Faden durch deren Leben, obgleich es auch Höhen und Tiefen gab. Evangelist Ralf Edinger stellte heraus, dass beide ihre Herzlichkeit, Freude und Verständnis in der Stille leben. Sie seien damit eine Tragkraft für die Gemeinde, deren Wohl ihnen am Herzen läge.
Der Gottesdienst wurde mit Gebet und Schlusssegen beendet.
21. September 2023
Text:
Peggy Hanssen
Fotos:
Simon Kisselbach
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