Am Sonntag, den 5. Mai 2024 feierte Bezirksvorstehervertreter Priester Maik Augustin in der Gemeinde Baunatal den Gottesdienst. An diesem Tag wurde Priester Wolfgang Lengemann nach nahezu 44- jähriger Amtstätigkeit in den Ruhestand verabschiedet.
Grundlage für den Gottesdienst bildete das Bibelwort aus Joel 3,1: „Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen.“
Gott schenkt Trost und Hilfe
Der Prophet Joel tröstete einst das Volk Israel, das unter schwierigen Bedingungen lebte, und sagte Gottes Hilfe und Gnade zu. Dieses Angebot der Hilfe, Gnade und Tröstung stehe auch heute noch, so der Priester. Ob wir unseren Willen dann immer noch unter Gottes Willen stellen würden, wenn die Bedingungen in unserem Leben alles andere als einfach wären, fragte er die Gemeinde. Und gab zur Antwort, dass wir immer nur ein Gebet von der Nähe Gottes entfernt seien. Somit würden wir Schutz und Bewahrung erfahren. Weil Gott uns liebt, schenkt er uns eine Perspektive: die Wiederkunft Jesu. Dieses Ziel vor Augen gebe uns Sicherheit, so Priester Augustin.
Gaben des Heiligen Geistes
Mit Blick auf das anstehende Pfingstfest führte der Priester an, dass bereits vor vielen Jahren der Prophet Joel die Ausgießung des Heiligen Geistes verheißen hatte, und stellte heraus, welche Geistesgaben es denn gäbe. Zu Pfingsten in der damaligen Zeit konnte Zeugnis gebracht werden, indem plötzlich in verschiedenen Sprachen und durch Weissagungen und Träume das Evangelium verkündet wurde. Dieser Geist bewirke auch eine Wesensveränderung des Menschen. Er dränge dazu, Gott in den Mittelpunkt zu stellen, von ihm zu erzählen und die Wiederkunft Jesu zu verkünden. In Glaubenserlebnissen und Gebetserhörungen offenbare sich Gott. Sein Geist stärke die Gemeinde im Gottesdienst durch Wort und Sakrament, um sich nach Jesus auszurichten.
Lebendige Verheißung auch heute
Auf Wunsch des Priesters Wolfgang Lengemann sang die Gemeinde aus dem Gesangbuch das Lied “Es geht heimwärts, ihr Pilger…“. In seinem letzten Predigtbeitrag vor der Ruhesetzung ergänzte er die Gedanken des Bezirksvorstehervertreters, dass der Heilige Geist uns zwar gegeben sei, wir ihn aber anwenden müssten. Dieser Geist sei wie ein Kompass, der uns durchs Leben führe mit dem Ziel, Jesus ähnlicher zu werden. Das beinhalte auch, sich untereinander anzunehmen und füreinander zu beten. Priester Lengemann habe dies in den letzten acht Jahren in der Gemeinde Baunatal spüren dürfen. Er brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass sich die Sehnsucht auf den Tag des Herrn in den Herzen aller Geschwister lebendig halten möge. Jeder Tag, an dem wir uns nicht mit diesem Gedanken beschäftigen würden, wäre ein verlorener Tag, betonte der Priester.
Heilende Wirkung des Heiligen Geistes
In Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl erklärte der Vorsteher der Gemeinde, Evangelist Ralf Edinger, dass in der Sündenvergebung Jesu Opfer uns ganz nah sei. Zur Zeit Joels herrschten im Land Dürre und Plagen. Bezogen auf unser Seelenleben erlebten wir heute auch manche Plage und Niederlagen. Dabei gerate der Glaube ins Wanken. In der Sündenvergebung dürfen wir die besondere Zuwendung von Gott erfahren und im Heiligen Abendmahl wirke die Dreieinigkeit Gottes, so der Vorsteher. Der Heilige Geist lasse uns unterscheiden zwischen Gut und Böse. Er betonte, dass die Nächstenliebe uns zur Vergebung und Versöhnung befähige.
Ruhesetzung
Nach der Feier des Heiligen Abendmahles wurde Priester Wolfgang Lengemann in den Ruhestand verabschiedet. In den 44 Jahren seiner Amtstätigkeit habe er viel Segen gewirkt, so Priester Augustin. Dabei hob er folgende Eigenschaften besonders hervor: zum einen war er ein Seelsorger erster Klasse, zum anderen ein herausragendes Werkzeug in der Hand Gottes. Seinen Dienst verrichtete er am liebsten an jenen Geschwistern, die nichts zurückgeben konnten. Zudem tat er gerne mehr, auch bis an die Belastungsgrenze und darüber hinaus. Dabei habe Priester Lengemann auf liebevolle Art und Weise Spuren hinterlassen und den Namen unseres himmlischen Vaters immer heilig gehalten. Was am Ende der Amtstätigkeit bleibe, könne man mit dem Gleichnis vom Schatz im Acker vergleichen, so Priester Augustin. Wolfgang Lengemann habe viel Segen gewirkt, den es nun zu mehren gelte. Es war sein Wunsch, zum Abschluss mit der versammelten Gemeinde das Lied „Der Herr ist mein Licht“ zu singen. Mit diesem Lied verbinde er besondere Momente in seinem Glaubensleben, weil es wie ein gesungenes Versprechen ist, dem Herrn die Treue zu halten. In seiner langen Amtstätigkeit war ihm das stets ein wichtiges Anliegen.
15. Mai 2024
Text:
Peggy Hanssen
Fotos:
Simon Kisselbach
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