Trotz winterlicher Wetterverhältnisse hatten sich etliche Geschwister aus den Gemeinden Bad Wildungen, Bad Zwesten, Baunatal, Felsberg-Neuenbrunslar, Fritzlar und Korbach am Mittwoch, 7. Januar 2026 auf den Weg in die Kirche von Bad Wildungen gemacht, um einen Gottesdienst mit Apostel Gerd Kisselbach zu erleben.
Als Grundlage für den Gottesdienst diente das Bibelwort aus Lukas 2, 29-32: „Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.“
Wir brauchen den Heiland
Zu Anfang des Gottesdienstes sang der Chor das Lied „In dieser Zeit brauchst du den Heiland“. Darauf eingehend führte der Apostel aus, dass jeder Mensch etwas brauche, was ihm Halt gebe, einen Ankergrund. So sei auch das Jahresmotto „Fürchte dich nicht, glaube nur“ (Markus 5, 36) zu verstehen, welches Worte Jesu seien und damit ein Teil des Evangeliums, der frohen Botschaft.
Das Leben im Tempel zur Zeit von Jesu Geburt
Anschließend ging Apostel Kisselbach näher auf das vorgelesene Bibelwort ein und charakterisierte erst einmal die Verhältnisse in der damaligen Zeit. Der Apostel äußerte die Vermutung, dass ein Simeon, nachdem ihm die Zusage gemacht wurde, dass er den Gottessohn sehen dürfe, damals wohl ein gewisses Bild von ihm und der Begegnung mit ihm vor Augen gehabt habe. Nun habe der Heilige Geist ihn in den Tempel geschickt, wo er eine junge Familie mit einem neugeborenen Kind sah, welches beschnitten werden sollte. Erstaunlicherweise habe er in dem Kind Gottes Sohn erkannt, den angekündigten Heiland. Das wäre wahrscheinlich nicht das gewesen, was er sich vorgestellt hatte.
Der Tempel in Jerusalem, wo die geschilderte Begebenheit stattfand, sei zur damaligen Zeit kein ruhiger Ort gewesen. Es gab dort Händler, Wechsler, viel Volks war unterwegs: das wäre bestimmt kein Ort der Andacht gewesen, so der Apostel. Auch heute sei „Kirche“ ein Ort, wo wir vieles erleben: da finden Begegnungen statt, da singt der Chor, ein Orchester spielt, Amtsträger dienen, etc.
Begegnungen mit Jesus Christus heute
Aber damals wollte Simeon den Herrn sehen, und so habe er mit geheiligten Augen das Wirken Gottes in seinem Herzen erleben können. Der Apostel erwähnte, dass Adam und Eva noch eine persönliche Begegnung mit Gott gehabt hätten. Er erläuterte, dass auch wir heute eine Begegnung mit Jesus Christus haben könnten, und zwar in den Gottesdiensten. Wir würden erleben, dass Jesus Christus unser Heil ist, und dass wir über ihn wieder in die Gemeinschaft mit Gott eintreten können. Wir könnten sehen, dass Christus unser Licht ist, wodurch wir Orientierung, Sicherheit und Freude hätten.
Dann seien auch die Wirkungen der Gottesdienste wie bei einem Simeon erfahrbar, der ausrufen konnte: „Nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren.“ In diesem Sinne wünschte der Apostel allen ein gesegnetes Jahr 2026.
Jahresmotto mit Leben füllen
In seinem Predigtbeitrag rief Bezirksvorstehervertreter Priester Christian Kubelt die versammelten Gläubigen dazu auf, das Jahresmotto mit Leben zu füllen. Damals wäre das Wesentliche die Begegnung mit dem Gottessohn im Tempel gewesen, und der Heilige Geist habe es geoffenbart. Das sei heute noch genauso.
Begegnung mit Christus soll ein Anker sein
In der Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl warf Bischof Sascha Tümmler die Frage auf, was das Gehörte mit uns mache. Ein Simeon damals im Tempel hätte reagiert und den Heiland angenommen. Der Bischof riet dazu, sich nicht von Äußerlichkeiten, wie z.B. dem Glanz der Kelche oder dem Geschehen im Kirchengebäude abhalten zu lassen. In Brot und Wein hätten wir Begegnung mit unserem Heiland und Erlöser, das solle uns Anker sein.
Nach dem Empfang des Heiligen Abendmahls und des Schlusssegens konnten sich die Geschwister noch von Apostel, Bischof und Bezirksvorsteher persönlich verabschieden.
17. Januar 2026
Text:
Gunther Krack
Fotos:
Simon Kisselbach
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