Am Sonntag, 18. Mai 2025 waren die zehn Konfirmandinnen und Konfirmanden des Bezirks Kassel-Korbach mit ihren Familien, Gästen und Gemeinden zum gemeinsamen Konfirmationsgottesdienst in die Stadthalle Fritzlar gekommen. Rund 600 Gottesdienstteilnehmer füllten die Stadthalle bis auf den letzten Platz.
Die Gemeinden Baunatal, Fritzlar, Kassel-Harleshausen, Kassel-Nordost und Kassel-Südwest erlebten mit ihren Konfirmandinnen und Konfirmanden einen Gottesdienst in großer Gemeinde, den Apostel Gerd Kisselbach mit dem Bibelwort aus dem Brief an die Philipper 2,4 feierte: "... und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient."
Eine kleine Leuchte
An den Anfang seiner Predigt stellte der Apostel den Dank gegenüber unserem großen Gott. Er griff den Gedanken des Chores auf, der davon gesungen hatte, dass Gott uns eine kleine Leuchte in die Hand gegeben habe und es gelte, dass diese helle strahle. Bislang hätten die Eltern diese Leuchte getragen, jetzt gelte es für die Konfirmanden, diese Leuchte selbst zu tragen.
Den rechten Maßstab anlegen
Mit einem Zollstock, auf dem sein Name "Gerd" gedruckt ist, machte Apostel Kisselbach deutlich, dass dies die Menschheit in dieser Zeit widerspiegelt, da man alles mit seinem eigenen Maßstab bewerten würde. Der Apostel gab den Rat, Jesus Christus als Maßstab allen Handelns zu nehmen. Der Maßstab Jesu würde uns ermutigen, dort Gutes zu tun, wo wir sind.
Was dient dem anderen?
Mit gebeugtem Kopf, starrend beispielsweise auf ein Handy, machte der Apostel deutlich, dass man in unserer Gesellschaft oft den anderen gar nicht mehr wahrnehme. Es gelte aber aufmerksam zu schauen, was dem anderen dienen würde.
Einen weiteren Hinweis übermittelte der Apostel mittels einer kleinen Geschichte. Ein Mensch wurde gefragt: "Wenn du 5 Autos hättest, würdest du mir ein Auto abgeben?" Dieser antwortete: "Na klar würde ich das tun". - "Und wenn du 5 Mäntel hättest, würdest du mir einen abgegeben?" Erneut antwortete dieser: "Selbstverständlich würde ich das tun." - "Und wenn du 5 Hemden hättest, würdest du mir eins abgeben?" - Da antwortete dieser: "Nein, ich habe nur 5 Hemden." Dies mache deutlich: solange es nur um die Theorie ginge, sei es leicht "na klar" zu sagen, sobald es aber um die Realität ginge, sei es schwer zu teilen.
Leben mit Gott - Abend mit Chipstüte
Bezirksvorsteher Sascha Tümmler verglich ein Leben mit Gott mit einem schönen Abend und einer Tüte Chips. Am Anfang nehme man ein oder zwei Chips aus der Tüte und genieße, danach steigere sich das und man könne nicht mehr aufhören. Den Konfirmandinnen und Konfirmanden wünschte er, dass so ihr Leben mit Gott sei: wenn man merke, wie gut einem diesen Leben mit Gott tue, dass es immer mehr werde und man nicht mehr aufhören wolle. Er gab den Rat: greift zu, testet euern Gott, sucht die Verbindung zu ihm, geht in die Gemeinde und gebt ab von dem, was ihr dort erlebt.
Anders als beim Bild der Chipstüte sei bei Gott immer die Fülle vorhanden und die "Tüte" werde niemals leer. "Reicht die Chipstüte auch weiter", so der Bezirksälteste, dass auch der Nächste etwas davon abbekommt. Dies sei nicht schwer, denn manchmal sei es nur ein Lächeln oder liebes Wort, was den anderen hilft.
Konfirmation
In der Vorbereitung auf das Konfirmationsgelübde und den Segen für die Konfirmandinnen und Konfirmanden sprach Apostel Kisselbach davon, dass er in der letzten Konfirmandenstunde die Frage gestellt habe: "Was bedeutet für dich Konfirmation?" Daraufhin habe eine Konfirmandin geantwortet: "Ja zu Gott zu sagen".
Bevor der Apostel die unten angeführten drei Fragen offiziell stellte, beschrieb er die Inhalte zu den Fragen und hob dabei die beiden Worte "willst du" hervor. Es falle schwer etwas zu tun, wenn man es selbst nicht wolle, sondern nur tue, um den Willen eines anderen zu erfüllen.
Bevor Celina Vogt (Baunatal), Anna Katharina und Marie Sophie Hommel (Fritzlar), Finja Rehn und Lena Sofie Kubelt (Kassel-Harleshausen), Elias Jütte, Lennart Weiß und Tom Schroer (Kassel-Nordost) sowie Alessandro und Lia Schüler (Kassel-Südwest) ihr Konfirmationsgelübde ablegten, stellte Apostel Kisselbach die folgenden drei Fragen:
- Bekennst du dich zum neuapostolischen Glauben, wie er im Glaubensbekenntnis zum Ausdruck kommt?
- Willst du dein Leben nach Jesus Christus ausrichten?
- Willst du dich auf die Wiederkunft von Jesus Christus vorbereiten lassen?
Nach dem Ablegen des Gelübdes empfingen die jungen Glaubensgeschwister den Segen zu ihrer Konfirmation. Im Anschluss daran erhielten sie ihre Geschenke und wurden mit einem Lied des Jugendchores herzlich in der Jugend des Bezirks willkommen geheißen.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls mit der gesamten Gemeinde und dem Schlusssegen bestand die Möglichkeit den Jugendlichen zu gratulieren. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Sängern und Orchesterspielern der eingeladenen Gemeinden sowie den Sängern und Spielern von Jugendorchester und Jugendchor gestaltet.
24. Mai 2025
Text:
Katrin Scheufler,
Marco Wagner
Fotos:
Simon Kisselbach
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