In der Kirche Bad Wildungen feierte Apostel Schug am Donnerstag, 21. Juli 2022 einen Gottesdienst mit Ordination eines Priesters und der Segensspendung zur Diamantenen Hochzeit.
Neben der Gemeinde Bad Wildungen war auch die Gemeinde Fritzlar zum Gottesdienst mit Apostel Wolfgang Schug eingeladen. Der Apostel wurde auf ein Bibelwort aus dem zweiten Buch Chronik gelenkt, welches er dem Gottesdienst zugrunde legte: "Denn des Herrn Augen schauen alle Lande, dass er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind." (2. Chronik 16,9)
Nähe suchen zum Herrn mit ganzem Herzen
Der Apostel machte deutlich, dass des Herrn Augen überall hinsehen (schauen alle Lande), aber er stärke die, die sich mit ganzem Herzen zu ihm wenden. Man könne es zunächst als eine Bevorzugung betrachten, aber Gott wolle allen Menschen helfen. Und die Menschen, die sich mit ganzem Herzen zu ihm hielten, die stärke er. Diese suchten die Nähe zu Gott im Gebet, im Wort und im Sakrament und seien somit auch für Gott erreichbar.
Der Apostel stellte die Frage, wie es sich denn zeige, dass man ganz beim Herrn ist? Da gebe es Situationen im Leben, in welchen man sich etwas von Gott entfernt habe, sich eventuell von ihm verlassen fühle, ihn nicht verstehe und daher seine Nähe nicht verspüre. Anderseits gebe es Lebenssituationen, in welchen man die Nähe Gottes unmittelbar verspürt habe.
Gott meint es gut mit dir!
Wir seien Gott mit unserem Herzen ganz nah, wenn wir ihm vertrauen, auch wenn wir als Mensch den Rat oder die Entscheidung nicht nachvollziehen könnten, da sein Handeln aus der Liebe heraus geschehe. Wir seien ja nicht Schöpfer und Gott, sondern Geschöpf und Mensch und müssten akzeptieren, dass wir die Wege und Gedanken Gottes nicht immer erfassen könnten. Daraus leitete der Apostel die Aussage ab: "Gleich was im Moment geschieht, der liebe Gott meint es gut mit dir!"
Christ zu sein ist mit Mühe verbunden
Apostel Schug zitierte auch das Bibelwort aus 2. Korinther 4, 16, welches in den Wochengottesdiensten verwendet worden ist: "Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert." Er sprach von Apostel Paulus, der ein sehr "praktischer" Apostel war, der sich nicht so sehr durch Theorie, sondern durch Taten auszeichnete. Er ging auf herausfordernde Reisen, war ein mutiger Verkünder des Evangeliums, saß deshalb häufig im Gefängnis und erlebte viel Ungemach.
Christus sei auch mühevoll durchs Leben gegangen, wurde von Geburt an verfolgt, ihm wurde widersprochen, er wurde nicht angenommen, er wurde gekreuzigt, ihm geschah Ungerechtigkeit und vieles mehr. Der Apostel stellte die Frage: Warum sollte es uns Christen anders gehen? Christus habe ganz deutlich gemacht, dass der Weg des Glaubens und der Nachfolge kein leichter sein wird. Er bereitete die Jünger darauf vor, dass die Arbeit in der von ihm gegründeten Kirche schwierig werden würde.
Diese Mühen der Nachfolge gehörten auch zu unserem Leben, da das Böse genauso in der Welt sei wie das Gute, nur mit einem Unterschied, dass das von Gott Geschaffene nicht durch das Böse zerstört werden könne.
Unterschiedliche Sichtweisen
Bezugnehmend auf die Phrase "Schauen aller Lande", zitierte Bezirksevangelist Dieter Neumann in seiner Predigtzugabe aus dem Gesangbuchlied: "Es kennt der Herrn die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land." Anschließend erläuterte er die unterschiedlichen Sichtweisen zwischen Gott und den Menschen am Beispiel des Propheten Elia. Elia war müde geworden und kam beim Blick in das Land zu der Erkenntnis, dass sich keiner mehr für den Herrn interessieren würde. Gott erklärte darauf Elia, dass es noch 7.000 Menschen gäbe, die ihre Knie nicht vor Baal gebeugt hätten, sondern die Nähe Gottes suchen würden.
Abendmahl - Ordination - Hochzeitssegen
Nach der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahls ordinierte Apostel Schug für die Gemeinde Bad Wildungen den Diakon Stefan Weithöner zum Priester.
Den Glaubensgeschwistern Ingrid und Dieter Störmer aus der Gemeinde Bad Wildungen spendete er im Anschluss den Segen zu ihrer Diamantenen Hochzeit und gab ihnen das Bibelwort des Gottesdienstes mit. Der Apostel dankte dem Ehepaar für ihre Treue. Er bezeichnete sie als "Urgesteine der Gemeinde", die immer wieder als Vorbild im Glauben wirkten und auch zukünftig wirken mögen. Hirte i.R. Dieter Störmer diente rund 37 Jahre als Amtsträger, davon viele Jahre als Vorsteher u.a. 17 Jahre in der Gemeinde Bad Wildungen.
Der Gottesdienst wurde vom gemeinsamen Chor der Gemeinden Bad Wildungen und Fritzlar sowie vom Orchester musikalisch umrahmt.
Apostel Wolfgang Schug bei der Ansprache zur Diamantenen Hochzeit der Geschwister Ingrid und Dieter Störmer
26. Juli 2022
Text:
Marco Wagner
Fotos:
Alexander Schmitt,
Ulrich Strube
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