Am Sonntag, 23. August 2026 fand im Anschluss an den Gottesdienst, den Bezirksvorsteher Priester Maik Augustin mit der Gemeinde Baunatal feierte, ein gemütliches Beisammensein auf dem Kirchengrundstück statt, welches bis spät in den Nachmittag hinein andauerte.
Eigentlich war seit langem geplant gewesen, an diesem Sonntag einen Open-Air-Gottesdienst auf dem Platz bei der Grillhütte in Melgershausen zu feiern, wie auch schon die Jahre zuvor. Allerdings wurde die Grillhütte aufgrund der Trockenheit und der dadurch gegebenen erhöhten Waldbrandgefahr kurzfristig durch die Gemeinde Felsberg gesperrt. So wurde der Gottesdienst mit dem Bibelwort aus 2. Mose 20, 12a: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“ kurzerhand in die Kirche verlegt.
Gebote sind ein Teil des Evangeliums
Priester Augustin führte am Anfang der Predigt aus, dass die Gebote ein wichtiger Teil des Evangeliums seien und ab dem vierten Gebot mit ihnen geregelt würde, wie wir mit unserem Nächsten umgehen sollen. In dem vierten Gebot, welches Thema dieses Gottesdienstes war, würde das Eltern-Kind-Verhältnis angesprochen. Dieses wäre oftmals schwierig: Kinder entpuppten sich nicht als das erhoffte „Wunderkind“, und auf der anderen Seite würden Eltern von den Kindern nur als „Erzeuger“ gesehen. Im folgenden gab Priester Augustin beiden Seiten den Rat, einmal die eigenen Ansichten zu hinterfragen.
Der Einsatz der Eltern
Eltern hätten lange Zeit für die Kinder gesorgt und auch z.T. beträchtlich in sie investiert. Sie hätten im Fokus gehabt, dass das alles auch etwas nützt und hätten dadurch Vorsorge für das Leben der Kinder im Alter getroffen. Dafür könnten Kinder dankbar sein und sie ehren.
Das Verhalten der Eltern
Eltern sollten aber auch Vorbilder der Kinder - auch im Glauben - sein und vor allen Dingen sollten sie ihren Kindern nichts in den Weg stellen, was die Erfüllung des Gebots erschwere. Wenn die Liebe zwischen Eltern und Kindern vorherrsche, und zwar auf beiden Seiten, dann würde der Umgangston freundlicher und allein dadurch ändere sich schon die Situation. Priester Augustin rief dazu auf, miteinander wie ein guter Hirte umzugehen, der pflegt, der hegt und der trägt.
Ratschläge für gutes Verhalten von Kindern
Diakonin Daria Kisselbach stellte in ihrem Predigtbeitrag die Frage, was sei, wenn Eltern Unrecht getan hätten und verwies auf Josef in der Bibel, der von seinen Brüdern verkauft wurde. Nachdem er alles durchlebt hatte, konnte er sagen: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen“ (vgl. 1. Mose 50, 20). Die Verletzung sei zwar da, aber der Blick auf Gott helfe uns.
Priester Daniel Lengemann zeigte in seinem Predigtbeitrag einen möglichen Werdegang im Laufe eines kindlichen Lebens auf. Am Anfang heiße es: „Papa kann alles.“ Irgendwann folge die Einschränkung, dass Papa doch nicht alles kann. Und dann etwas später nerve Papa nur noch und komme ja überhaupt nicht mehr mit der Technik zurecht. Sehr spät komme vielleicht die Aussage, dass man so gerne noch mal mit den Eltern reden würde, sie etwas fragen oder sie umarmen würde. Daraus resultierend gab er den Gläubigen den Rat, über das nachzudenken, was die Eltern in den Augen der Kinder groß mache.
In Anlehnung an Sprüche 23, 25 rief der Vorsteher Evangelist Ralf Edinger die Gemeinde dazu auf: „Lass deine Eltern sich freuen, dass sie dich geboren haben.“
Gemeinschaft in der Gemeinde
Nach dem Gottesdienst wurde ein junges Paar in der Gemeinde willkommen geheißen, welches zugezogen ist, und dann ging es zum gemütlichen Teil über. Viele Schüsseln mit verschiedensten leckeren Salaten und Kuchen waren auf Tischen im Keller angerichtet worden. Dazu gab es kalte Getränke, Kaffee und Tee. Im Mehrzweckraum waren die Tische schon hübsch eingedeckt und draußen auf dem Rasen waren Bierzeltgarnituren aufgestellt worden. Bei herrlichem Wetter wurden auf dem Gasgrill leckere Bratwürste und Steaks zubereitet und so fand bei guter Laune ein fröhlicher Austausch unter den Geschwistern statt.
7. September 2026
Text:
Gunther Krack
Fotos:
Simon Kisselbach
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