Am Mittwoch, 24. Juni 2026 feierte Apostel Gerd Kisselbach einen Gottesdienst in der nördlichsten Kirche seines Arbeitsbereichs: in der Wiesenstraße in Wesertal-Gieselwerder. Eingeladen waren die ortsansässige Gemeinde Oberweser-Solling sowie die rund 35 km entfernte Nachbargemeinde Calden.
Bei sehr sommerlichen Temperaturen feierte Apostel Kisselbach einen Gottesdienst mit dem Bibelwort aus Philipper 2,3-4: "Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient."
Gleichnis vom verlorenen Sohn
Zu Beginn seiner Predigt ging er zunächst auf das Gleichnis Jesu "vom verlorenen Sohn" ein (vgl. Lukas 15,11 ff). In diesem Gleichnis wird geschildert, dass ein Vater zwei Söhne hatte und einer davon sich sein Erbteil auszahlen ließ. Er ging mit dem Geld in die Welt und verprasste es. Als nichts mehr davon übrig war und man ihm sogar verwehrte, mit den Schweinen einige Schoten zu essen, da besann er sich und beschloss, zurück zu seinem Vater zu gehen, um dort als Tagelöhner zu arbeiten.
Als er zurückkam, wurde er schon von seinem Vater erwartet. Dieser rief seine Knechte und sagte ihnen, dass sie ihm ein neues festliches Kleid, einen Ring an die Hand und neue Schuhe an die Füße geben sollten. Dann ließ er ein gemästetes Kalb schlachten und machte ein großes Fest. Die Festgesellschaft war in harmonischer Verbundenheit und Freude zusammen trotz ihrer Vielfalt; dies sei ein Abbild des Himmels.
Eitle Ehre und Eigennutz
Dann lenkte der Apostel den Blick auf den Bruder, der auf dem Feld war und den Knecht fragte, was denn hier los sei. Sein Bruder sei zurückgekehrt. Es ergab sich ein Dialog zwischen Vater und Sohn, wo der Sohn sagte: Ich habe alle Gebote gehalten, das Geld nicht verprasst und habe noch kein Ziegenböcklein bekommen. „Er bekommt alles, ich bekomme nichts.“
Jetzt komme die Verbindung zum Bibelwort des Gottesdienstes: Die Haltung des Bruders könne man auch beschreiben mit „Ich bin ein Ehrenmann, mein Bruder nicht“ – also eitle Ehre - und „Ich will alles haben, bekomme aber nichts“ – Stichwort Eigennutz. In dieser Situation könne man sagen: Mit eitler Ehre und Eigennutz komme man nicht in den Himmel. Dies sei aber nicht, weil Gott die Tür versperre, sondern durch die beleidigte Haltung versperre man sich selbst den Zugang zum Himmel.
Konflikte in der Gemeinde
Apostel Kisselbach erläuterte, dass das Bibelwort sich auf die Situation in der Gemeinde Philippi beziehe, wo es Spaltungen, Konflikte und Streit gab. Trotz der Gemeinschaft durch den Glauben an Jesus Christus hätten Eigennutz und eitle Ehre im Vordergrund gestanden. Apostel Paulus schrieb aus dem Gefängnis: „macht meine Freude vollkommen, indem ihr eines Sinnes seid, einmütig werdet und nichts aus Eigennutz und eitler Ehre tut.“ Der Apostel sprach davon, dass es solche Zustände auch heute in den Gemeinden gebe, wo Konflikte oder gar Streit entstünden. Er rief, wie Apostel Paulus, auf, einmütig, friedfertig und eines Sinnes zu sein sowie eitle Ehre und Eigennutz beiseite zu tun.
Heiliges Abendmahl und Schlusssegen
Aufgrund der warmen Temperaturen gab es keinen weiteren Predigtbeitrag und Apostel Kisselbach bereitete die Feier des Heiligen Abendmahls vor. Nach der Feier des Abendmahls sowie nach Schlussgebet und Schlusssegen sang der Chor, der aus den Sängern beider Gemeinden gebildet war, noch eine Strophe. Danach bestand die Möglichkeit sich zu verabschieden und man nutzte die Möglichkeit des Austauschs vor der Kirche.
10. Juli 2026
Text:
Marco Wagner
Fotos:
Natascha Wagner
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