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Apostel Kisselbach in Kassel-Nordost

 

Am Sonntag, 1. September 2024 feierte Apostel Gerd Kisselbach einen Gottesdienst in der Kirche Kassel-Nordost, zu dem die Gemeinden Calden, Kassel-Nordost, Niestetal und Oberweser-Solling eingeladen waren.

Der Apostel stellte zu Beginn seiner Predigt fest, dass der Besuch des Gottesdienstes am Sonntag für viele der Anwesenden fester Bestandteil einer Woche sei, und stellte die Frage nach dem Warum. Man wolle die Nähe des lieben Gottes erleben und es solle Entwicklung aus dem Gedanken "Näher, noch näher zu Jesus" entstehen. Beim Blick in die Evangelien könne man sehen, dass aus Begegnungen mit Jesus viele gesund und Sünder selig geworden seien. Es seien auch Menschen zum Frieden gekommen, und der Apostel wünschte, dass dies auch heute in den Gottesdiensten geschehe.

Wolkensäule - Feuersäule

Im Folgenden stellte der Apostel die Begebenheit vor, die zu dem Bibelwort gehört, welches im 2. Mose 13, 21 steht: "Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten."

Joseph war der jüngste Bruder einer großen Familie und seine Brüder hatten ihn verkauft. Daraufhin kam er auf besonderen Wegen in ein fremdes Land. Dort in Ägypten kam er u.a. ins Gefängnis. Er konnte jedoch seine Situation ändern, indem er dem Pharao einen Traum deutete. Zum großen Heil der Menschen konnte er dem Pharao sagen, was Gott ihm mitteilen wollte, und das Volk wurde vor einer Hungersnot verschont.

Joseph konnte eine Familie gründen und so entstand ein fremdes Volk innerhalb Ägyptens. Die Ägypter beteten Götzen an, Joseph und seine Familie waren Israeliten und sie beteten zu dem lebendigen Gott. Das Volk Josephs wuchs und wuchs über die Jahrhunderte, bis dies die Ägypter störte und sie die Israeliten zu Frondiensten einsetzten. Gott gefiel es nicht, dass sein Volk litt, und hatte den Plan, es in ein anderes Land zu führen. Gott erwählte Mose, um das Volk aus Ägypten zu führen in ein Land, was er ihnen zeigen werde. So zog nun das ganze Volk aus Ägypten aus und Gott zeigte ihnen den Weg: am Tag mittels einer Wolkensäule, des Nachts mit einer Feuersäule.

Gott war und ist gegenwärtig

So wie damals Gott Tag und Nacht bei seinem Volk war, so sei Gott heute gegenwärtig in unserem Leben. Jetzt könnte man fragen: "Wo ist er denn?" Die Wolken- und Feuersäule habe man damals gesehen. Gott sei heute vielfältig gegenwärtig durch das Wirken seines Geistes. Da sei zum einen der Engelschutz. Zum anderen haben wir durch die Taufe Anteil am Leib Christi und somit begleite uns Christus mit seinem Frieden und seiner Gnade. Durch die Heilige Versiegelung haben wir Gottes Liebe empfangen und nichts kann uns von der Liebe Gottes scheiden.

Gott ist da - Christus geht voran

Gott sei nicht nur da, er gehe auch voran. Gott hatte damals ein Ziel für die Menschen. Gott habe auch für uns einen Ort bereitet, den wir nur dank des Opfers Jesu erreichen könnten: die ewige Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, und seinem Sohn. Jesus kam auf die Erde und hat den Menschen den Vater und den Weg zu ihm gezeigt, indem er sagte "Ich bin der Weg". Jesus lädt ein: Komm und folge mir nach - das ist die Art, wie Gott uns heute vorangeht zum ewigen Leben.

Blick auf Gott

Der Apostel erklärte, dass es heute wie damals wichtig sei hinzuschauen. Damals sei es der Blick auf die Wolken- bzw. Feuersäule gewesen. Heute lädt der Herr ein, auf ihn zu blicken, auf sein Vorbild und auf seine Lehre, damit wir unser Leben nach seinem Willen gestalten. Als Christen kennen wir die Gebote, kennen das Evangelium, wissen alles über christliches Leben, aber all das soll nicht nur Teil der Heiligen Schrift sein, sondern soll Teil unserer Persönlichkeit werden. Dies bedeute eine aktive Nachfolge, indem wir unser Verhältnis zu Gott pflegen und den Dienst am Nächsten tun.

Mit Blick auf die Wanderung des Volkes Israel gab der Apostel den Hinweis, dass man den Weg anhand der Karten im Anhang der Bibel nachvollziehen könne. Den Weg, für den das Volk vierzig Jahre benötigte, könne man theoretisch auch in wenigen Monaten schaffen. Es hat länger gedauert als gedacht. Und der Apostel stellte die Frage: "Ist das nicht bei unserem Weg auch so?"

Der Herr hatte in jeden Tag Versorgung durch das Manna hineingelegt. Auch heute versorge Gott unseren inwendigen Menschen. Und manchmal gehe es uns wie den Israeliten damals:  Es schmeckt uns nicht. Der Apostel sprach davon, dass der Gedanke aufkommen könnte: Es ist immer das Gleiche, es geht immer um das Evangelium, die Liebe Gottes und die Gnade Jesu Christi. Und er folgerte: Der Herr versorgt uns eben mit dem, was wir brauchen!

Dein Reich komme

In der Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl griff der Apostel den Gedanken auf, dass das Reich Gottes mitten unter uns sei. Was mache das Reich Gottes aus? Es sei das Wesen des Vaters, das Wesen des Sohnes, die Liebe Gottes, der Friede des Auferstandenen und die Gnade Jesu Christi. Wenn wir dann bitten "dein Reich komme", sei damit das Suchen nach der Liebe Gottes verbunden. Gott reagiere sehr schnell, denn er schenke uns nach wenigen Augenblicken seine Gnade und wir erleben seine Gegenwart in den Sakramenten.

Heilige Versiegelung

Apostel Kisselbach stellte bei der Ansprache zur Heiligen Versiegelung die Frage: Welche Werte will man seinem Kind vermitteln? Durch die bereits vollzogene Taufe wurde der kleine Elijan ein Christ und hat dadurch schon eine Orientierung auf Christus und seine Lehre erhalten. Daraufhin erläuterte der Apostel, was denn bei der Sakramentsspendung geschehe: In der Begegnung legt Gott wie ein Samenkorn einen Teil seines Wesens und seiner Liebe in die Seele des kleinen Menschen hinein.

Ruhesetzung eines Priesters

Apostel Kisselbach versetzte Priester Thomas Opfer aus der Gemeinde Calden nach 48 Amtsjahren, davon 40 Jahren als Priester, in den wohlverdienten Ruhestand. Der Apostel stellte die vielen Gaben heraus, mit denen der Priester in den vielen Jahren als Werkzeug in der Hand Gottes gedient hat. Er nahm auch Bezug auf seinen Beruf als Schreiner und dankte für die vielen Einsätze für die Kirche, u. a. für den Altar, den wir bei Hallengottesdiensten im Bezirk nutzen.

Segen zur Rubinhochzeit

Aus der Gemeinde Kassel-Nordost empfingen Claudia und Priester Peter Forster den Segen zu ihrer Rubinhochzeit. Der Apostel sprach viele Facetten - wie bei einem Rubin - ihrer Partnerschaft und Ehe an. Eine Facette davon sei die Gottesbeziehung, die während dieser 40 Jahre immer wieder gepflegt wurde.

Nach dem Gebet und Schlusssegen war Zeit, um dem Rubinpaar zu gratulieren und dem Priester im Ruhestand zu danken. Den musikalischen Rahmen bildete ein Chor und ein Instrumentalensemble aus den eingeladenen Gemeinden.

10. Oktober 2024
Text: Marco Wagner
Fotos: Natascha Wagner

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