Alle zwei Jahre treffen sich die Jugendlichen eines Apostelbereichs zu einem besonderen Tag. Am Sonntag, 31. August 2025 war es wieder soweit: Jugendliche aus (fast) ganz Hessen begegneten sich in der Kirche von Lauterbach, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, Musik zu machen, geistliche Impulse zu bekommen und die Gemeinschaft zu stärken.
Am Sonntag, 31. August 2025 trafen sich die Jugendlichen und ihre Betreuer aus den Bezirken Darmstadt, Gießen, Hersfeld-Lauterbach, Kassel-Korbach, Marburg und Offenbach zum kleinen Jugendtag im mittelhessischen Lauterbach.
Kleiner Jugendtag im Arbeitsbereich Ost
Unter dem Motto „Glauben leben – Hoffnung geben“ waren knapp 250 überwiegend jugendliche Christen der Einladung in die Neuapostolische Kirche Lauterbach gefolgt. Die Vorbereitungen auf diesen Tag liefen mehrere Wochen und Monate und nun war es endlich soweit. Die Freude über das schöne Wetter mischte sich mit der Wiedersehensfreude vieler Jugendlicher, die sich zu großen Teilen aus vorherigen Jugendfreizeiten und Chorwochenenden kennen. Und viele Konfirmanden und junge Jugendliche freuten sich auf ihren ersten überregionalen Jugendtag.
Während um 9:45 Uhr die Probe für den großen gemischten Chor begann, liefen parallel im Außenbereich die letzten Vorbereitungen. Im Foyer hatten die Jugendlichen die Möglichkeit zu kennzeichnen, woher sie kommen. Weiterhin konnten sie ankreuzen, ob sie sich müde, glücklich oder erwartungsvoll fühlen.
Nur mit Jesus will ich leben
Um 11 Uhr startete der Gottesdienst, den Apostel Gerd Kisselbach unter das Bibelwort aus Jesaja 40,31 stellte: „Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“
Der große Chor sang nach dem Verlesen des Bibelwortes von der Empore aus das Lied „Nur mit Jesus will ich leben“. Der Apostel bezog sich zu Beginn der Predigt auf diese Aussage: Leben mit Christus sei eine sehr gute Entscheidung, die das Leben bereichert, dem Leben einen Sinn gibt und einen trägt, wenn es mal nicht so gut läuft.
Glauben leben in vier Punkten
Die Lesung durch Felix Hause (Bezirk Kassel-Korbach) erfolgte aus Matthäus 7,24-28 und beinhaltete das Gleichnis vom Hausbau. Apostel Kisselbach vertiefte den Gedanken, dass wir alle Stürme und Schlechtwetterereignisse in unserem Leben kennen würden. Das schlechte Wetter bzw. der Sturm lasse sich nicht vermeiden, so der Apostel. Die Frage sei nun, wie gut das Fundament darauf vorbereitet ist.
Im Folgenden leitete er auf das Motto des Jugendtags über: Glauben leben – Hoffnung geben. Die Frage, was „Glauben leben“ bedeute, beantwortete er mit vier Punkten.
Glaube leben gibt Mut und Kraft
Zuerst stellte er David in den Mittelpunkt, der gegen Goliath gekämpft hat. Glauben leben heißt, sich nicht zu schwach zu fühlen, sondern die Gewissheit zu haben, dass Gott da ist und man auf ihn vertrauen kann. Goliath kam mit Schwert und Schild, David kam im Bewusstsein der Hilfe Gottes. Die Riesenherausforderungen in unserem Leben heißen nicht Goliath, es sind andere Dinge. "Aber denken wir daran: Wir sind nicht allein, Gott ist unsere Stärke, er gibt uns Mut!", sagte der Apostel.
Glaube leben gibt Orientierung
Im zweiten Punkt verwies der Apostel auf Daniel. Daniel war als junger Mann nach Babel in eine Umgebung gekommen, in der es nur wenige gläubige Juden gab. Daniel hat Karriere gemacht und wurde Statthalter - heute würden wir Ministerpräsident sagen -, aber immer hielt er an seinem Glauben fest. Er ist ein gutes Beispiel von „Glauben leben" unter widrigen Bedingungen. Er hatte immer ein offenes Fenster in Richtung Jerusalem und betete dreimal täglich zu seinem Gott. Das gab ihm Orientierung und half ihm, seinen Glauben auch unter Ungläubigen zu leben.
Der Apostel wies darauf hin, dass wir Glauben auch in unserem Alltag leben sollen. In unserem Umfeld, in der Schule, der Uni, dem Arbeitsplatz sollen wir bewusst christlich leben. Weiterhin sollen wir auch in der Partnerschaft unser Christsein aktiv leben. Schließlich wies Apostel Kisselbach auf die sozialen Medien hin, die auch Realität eines jugendlichen Lebens seien. Er freue sich, wenn er sähe, wie viele junge Menschen Beiträge über ihren Glauben und über gemeinsam erlebte kirchliche Veranstaltungen teilen. Er betonte aber, dass man auch in den sozialen Netzwerken Haltung zeigen solle, andere schützen und Glauben leben könne. Er schloss diesen Punkt mit dem Gedanken, dass Glaube leben Orientierung gibt. „Denn Glaube ist kein schönes Gefühl, sondern eine bewusste Entscheidung: Ich baue mein Leben auf das, was trägt – auf Jesus Christus“, so der Apostel.
Glaube leben gibt uns ein Zuhause in der Gemeinschaft der Gläubigen
Als dritten Punkt fügte der Apostel an, dass er dankbar sei, Teil einer Kirche zu sein, in der sich auch junge Menschen einbringen und mit vielfältigen Gaben gestalten. Darauf blicke er mit großer Freude. Danach sagte er: „Manche sagen, dass die Jugend die Zukunft unserer Kirche ist. Das möchte ich nicht. Ich möchte, dass Jugend die Gegenwart in unserer Kirche ist.“ Er erinnerte sich an den YCC an Pfingsten oder an die Reise mit dem JO & Friends nach Südafrika. Aber er lud die Jugendlichen auch ein, die Kirche zu ihrem geistlichen Zuhause zu machen.
Glaube leben gibt Zukunft
Die aktuellen Jugendstudien sagen, dass rund 81% der Jugendlichen Angst vor der Zukunft haben. Apostel Kisselbach könne dieses Umfrageergebnis gut verstehen und teile die Sorge beim Blick auf die Kriege und die Umweltzerstörung. Glauben leben gebe uns aber noch einen anderen Blickwinkel: „Gott hält alles in seiner Hand und er wird seinen Sohn senden, damit alle, die an ihn glauben, nicht zuschanden werden, sondern das ewige Leben haben!“
Predigtbeiträge von zwei jugendlichen Diakonen
Diakonin Lena Grziwa (Gemeinde Melsungen) ergänzte den Predigtteil. Sie wies darauf hin, dass man bei dem Bibelwort „die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft“ ja eigentlich gar keine Sorgen zu haben brauche. Tatsächlich sei es aber so, dass es manchmal etwas dauert, bis Gott hilft. Manchmal sei die "Lieferzeit" ganz schön lang, so die Diakonin. Da benötige man Geduld und Durchhaltevermögen.
Diakon Tobias Schölzel (Gemeinde Kinzigtal) wies in seiner Predigtzugabe darauf hin, dass seine Gemeinde in ein neues Kirchengebäude eingezogen sei und sie dort ein gutes Fundament haben. Alle arbeiten gemeinsam mit, um Gemeinde auf diesem Fundament aufzubauen.
Bezirksältester Sascha Tümmler (Bezirk Kassel-Korbach) bereitete die Gemeinde auf die Feier des Heiligen Abendmahls vor, das anschließend von der ganzen Gemeinde gefeiert wurde.
Dein Gedanke aus dem Gottesdienst
Im Anschluss an den Gottesdienst moderierten zwei Jugendbetreuer aus dem Bezirk Marburg eine kleine Blitzlichtrunde, bei der die Gottesdienstbesucher ihre Gedanken aus dem Gottesdienst äußern konnten. Dadurch wurde kurzweilig der Gottesdienst aus Gemeindesicht zusammengefasst. Viele Jugendliche beteiligten sich und teilten ihre Gedanken.
Eis für alle
Nach den Gedanken aus dem Kreis der Gottesdienstteilnehmer war es Zeit für das Mittagessen. Im Außenbereich der Kirche waren Bierzeltgarnituren aufgestellt, es gab mehrere Grillstationen und ein großes Buffet. Hierzu hatten die Jugendlichen Salate und Kuchen mitgebracht. Auch Kaffee stand bereit. Zur großen Freude aller fuhr ein Eiswagen vor und versorgte bei dem schönen, sonnigen Wetter alle mit leckerem Speiseeis verschiedener Sorten. Während des Essens und Genießens wurden viele Gespräche geführt und neue Bekanntschaften geknüpft.
Buntes Nachmittagsprogramm
Gegen 14 Uhr begann das Nachmittagsprogramm des Jugendtags. Zum einen bestand im Außenbereich die Möglichkeit zu Spiel und Spaß. Dort konnte man unter anderem in einer größeren Gruppe den Fröbelturm bewegen sowie Riesen-4-Gewinnt, Wikingerschach oder Boggia spielen.
Zum anderen gab es die Möglichkeit, an verschiedenen Workshopangeboten teilzunehmen. Auf der Empore konnten interessierte Jugendliche lernen, wie man eine Chorprobe gestaltet bzw. wie man einen Chor dirigiert. Viele nutzten das niederschwellige Angebot, mal auszuprobieren, wie ein Vier-Viertel-Takt funktioniert.
Im hinteren Teil des Kirchenschiffs gab es einen Workshop über „Technik im Gottesdienst“, bei dem neben Grundlagen der IPTV-Übertragungstechnik auch Raum für Austausch war.
Im Obergeschoss fand zur gleichen Zeit ein Workshop zum Thema „Aufeinander zugehen“ statt. Es ist nicht immer leicht, einer Person zu begegnen und/oder ein Gespräch mit ihr zu beginnen, besonders, wenn man sich noch nicht kennt. Wege dazu konnten in dem Workshop gelernt werden.
In der Sakristei gab es am Nachmittag zwei halbstündige Talk-Runden zum Thema „Hoffnung und Zuversicht“. Hier wurden im Gespräch Möglichkeiten ausgetauscht, was einem selbst Hoffnung gibt, wenn es einem mal nicht gut geht. Es wurde aber auch darüber gesprochen, wie man anderen Hoffnung geben kann, die gerade keinen Ausweg mehr sehen. Daraufhin wurden Impulse und mögliche Wege diskutiert, wie man sowohl im Leben als auch im Glauben zuversichtlich bleibt und Zuversicht vermittelt. Anschließend wurde miteinander um Hoffnung und Zuversicht für die Hoffnungslosen gebetet.
Gemeinsamer Abschluss und Vorfreude auf das nächste Mal
Gegen 16 Uhr trafen sich noch einmal alle Teilnehmer im Kirchenschiff. Apostel Gerd Kisselbach dankte den Organisatoren und vielen helfenden Händen für diesen gelungenen Tag. Er habe sich sehr wohlgefühlt und freut sich bereits auf die nächste Begegnung.
Der Ausblick beinhaltete den Blick auf den großen Jugendtag auf Gebietskirchenebene in 2026 und den nächsten „kleinen Jugendtag“ in zwei Jahren - in 2027. Er würde sich aber freuen, bereits nächstes Jahr mit den Jugendlichen seines Bereichs zusammenzukommen. Dann wünschte der Apostel allen einen guten Heimweg und beendete das Zusammensein mit einem Gebet.
1. September 2025
Text:
Natascha Wagner
Fotos:
Simon Kisselbach,
Natascha Wagner
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