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Jahresauftakt-Gottesdienst
mit Bischof Sascha Tümmler

 

Am ersten Sonntag des neuen Jahres 2026 feierte Bischof Sascha Tümmler einen Gottesdienst in der Kirche Kassel-Nordost, der per IPTV in viele Gemeinden des Bezirks und zu den Kranken zuhause übertragen wurde. In diesem Gottesdienst wurde der neue Bezirksvorsteher Priester Maik Augustin in seine neue Aufgabe eingeführt.

In der Kirche Kassel-Nordost hatten sich am Sonntag, 4. Januar 2026 rund 280 Glaubensgeschwister aus den Gemeinden Kassel-Harleshausen, Kassel-Nordost, Kassel-Südwest und Niestetal sowie alle Vorsteher und -vertreter zum Jahresauftakt-Gottesdienst versammelt. In die übrigen Gemeinden wurde der Gottesdienst per IPTV übertragen.

Grußwort zum neuen Jahr

Nach dem Lied der Sänger fasste Bischof Tümmler seine guten Wünsche für das neue Jahr in ein Psalmwort: „Der Herr wird seinem Volk Kraft geben; der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden“ (Psalm 29,11). Er wünschte der großen Gemeinde Gesundheit und viel Kraft, da so manches zu tragen und durchzustehen sei. Seine Wünsche beinhalteten auch den persönlichen, inneren Frieden; Frieden in den Familien, in den Gemeinden, an der Arbeit.

Unser Bischof zitierte Bezirksapostel Pöschel, der in einer E-Mail geschrieben habe, dass er gespannt sei, ob Jesus Christus, der Seelenbräutigam, wiederkommen werde. „Sind wir noch gespannt?“, stellte er die Frage und verband damit die Bitte, nicht aufzuhören damit zu rechnen, dass heute noch der Herr kommen könne. „Sind wir wirklich bereit im Glauben?“

Jahresmotto "Fürchte dich nicht, glaube nur"

Wie in allen Gemeinden war das Bibelwort aus dem Markusevangelium, Kapitel 5, ein Teil des 36. Verses: „Fürchte dich nicht, glaube nur“ die Grundlage für den Gottesdienst und zugleich das Jahresmotto für 2026. Neben den Nachrichten am Morgen, was hier und da auf der Welt passiert ist, habe jede Altersgruppe ihre individuellen Sorgen, so der Bischof. Die Kinder oder Jugendlichen haben Sorge vor der Schule, andere haben Sorgen im Beruf, am Arbeitsplatz, im Älterwerden. „Wie soll das noch weitergehen? Wie kann das funktionieren?“.

In diese sorgenvolle Zeit rufe Jesus hinein: „Fürchte dich nicht!“. Damit sei nicht gemeint: „Mach ruhig die Augen zu und sing dir ein Heimatlied, dann wird schon alles gut“. Jesus hatte auch Angst. Er hatte große Todesangst, als er wusste, dass es ans Kreuz ging. Daher verneint Jesus nicht das Angsthaben, denn er versteht uns, weil es selbst schon erlebt hat.

Jesus Christus ist größer als wir uns vorstellen

Das Bibelwort stammt aus einer Begebenheit, wo Jairus zu Jesus gekommen ist, weil seine Tochter im Sterben lag. Und Jesus sprach: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“. Jesus sei größer, als wir es uns vorstellen können, und lade uns ein, den Blick einmal von den Sorgen wegzunehmen und auf ihn zu schauen, so Bischof Tümmler.

„Glaube nur“ heiße, dass man seinen Glauben gegen die eigene Angst und Sorge einsetzen soll. Jesus ist viel, viel mehr als ein Begleiter in der Not, ein Helfer im Natürlichen. „Jesus Christus ist der Erlöser. Er erlöst uns Menschen von der Sünde, von unserer Hoffnungslosigkeit und möchte uns sein Heil schenken“, erläuterte der Bischof. „Wir als neuapostolische Christen glauben, dass der Herr Jesus wiederkommt“. Mit dieser Hoffnung mögen wir es schaffen, über die Sorge hinweg auf den großen Tag blicken zu können. Jesus habe gesagt: Wenn ihr euch vorbereiten lasst, wenn ihr glaubt und nachfolgt, dann winkt euch diese schöne Zukunft.

Größer als der Helfer ist die Not ja nicht

Bezirksvorsteher Maik Augustin wandte sich in seinem ersten Predigtbeitrag in seiner neuen Aufgabe an die Geschwister im Bezirk und sprach davon, dass er auf das Lied „Harre meine Seele“ gestoßen sei. In der zweiten Strophe des Liedes heißt es: „größer als der Helfer ist die Not ja nicht“. Priester Augustin bezeichnete es als Ermahnung und Tröstung zugleich, welche uns Sicherheit verschaffe.

Zuallererst sei die Tröstung, dass die Not nicht größer als der Helfer ist. Sie negiere nicht die Not und mache Angst und Sorge nicht klein. Vielmehr mache sie deutlich, dass der Herr bei uns ist. Der Gedanke der Ermahnung bedeute, darauf zu achten, dass Angst und Sorgen nicht unsere Beziehung zu unserem Seelenbräutigam Jesus Christus klein machen. „Habt Acht darauf“ riet er der großen Gemeinde.

Du bist wertvoll und von Gott geliebt

Der Bezirksvorsteher machte noch einmal deutlich, dass ein jeder von Gott so sehr geliebt sei, dass Gott seinen Sohn für uns gab. „Du bist ihm wertvoll, du bist ganz bewusst an dem Ort, in der Gemeinde, wo du gerade bist.“ Jeder habe seinen Platz und dies sei kein Zufall. Viele Menschen hätten keine Liebe, keinen Frieden, keinen Ort der Geborgenheit. „Fürchte dich nicht, mein liebes Kind“, würde Gott uns immer wieder zurufen.

Zum Abschluss zitierte Priester Augustin noch etwas aus einem Lied des Jugendchores „With you I can“ (Mit dir kann ich es schaffen). Dies sei eine stärkende Antwort auf so manche Frage, wenn man vor einer neuen Aufgabe stehe oder vor einer neuen Situation im Leben.

Vergiss deinen Glauben nicht

Bezirksevangelist Dieter Neumann sprach davon, dass dieses Jahresmotto aus der Hand unseres Stammapostels eine ganz kurze, handfeste und griffige Aussage sei. Gott habe uns die Gabe gegeben, glauben zu können. Er habe uns aber auch den Verstand gegeben. Es gehe nicht darum, den Verstand wegzuwerfen und zu sagen „glaub doch nur“. Es sei ein Zusammenspiel aus beidem. Jesus habe einmal gesagt, wenn ihr dies alles seht, dann erhebt eure Häupter. „Mit anderen Worten: Vergiss deinen Glauben nicht!“, so der Bezirksevangelist.

Der stellvertretende Bezirksvorsteher gab den Rat, auch in 2026 das bewährte Alte mitzunehmen und das Neue, was uns in 2026 begegnen wird, mit anzufügen. Mit Gottes Hilfe wollen wir auf das Kommen des Herrn warten und die Häupter erheben und nicht bei dem bleiben, was uns belastet und in Sorge versetzt.

Im Anschluss an den Predigtteil bereitete Bischof Tümmler die Gemeinde auf die Feier des Heiligen Abendmahls vor. Nach der Feier des Sakraments folgten Gebet und Schlusssegen sowie ein musikalischer Abschluss durch Chor und Orchester, die aus den eingeladenen Gemeinden gebildet wurden.

15. Januar 2026
Text: Marco Wagner
Fotos: Sven Schroer

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