„Besser gemeinsam“ – so fasst einer der Tagungsteilnehmer das Wochenende für Gemeindeleiter des Bezirks Kassel-Korbach am Ende zusammen. Von Freitag bis Sonntag hatten sich Vorsteher, Vorstehervertreter und Partnerinnen in der evangelischen Akademie in Hofgeismar getroffen, um sich auszutauschen, Beziehungen zu stärken und Impulse für ihre Arbeit in den Gemeinden mitzunehmen.
Bereits zum dritten Mal lud die Bezirksleitung des Kirchenbezirks Kassel-Korbach die Gemeindeleiter und ihre Frauen in das evangelische Tagungszentrum im nordhessischen Hofgeismar ein; in diesem Jahr vom 23. bis 25. Januar 2026.
Lockerer Einstieg in das Wochenende
Der Freitag begann mit der Begrüßung der neuen Mitglieder in diesem Kreis und einem geistlichen Impuls des neu beauftragten Bezirksvorstehers Maik Augustin: Wie der Weinstock mit den Reben verbunden ist, so sollen auch wir mit Jesus verbunden sein. Anschließend gab es ein „Begriffe-Bingo“, gestaltet durch Jugendliche und Konfirmanden des Bezirks. In drei Runden wurde auf dem individuellen Bingo-Zettel jedes Anwesenden ein Begriff abgehakt, sobald der Begriff durch Jugendliche genannt wurde. Bei einer vollen Reihe bzw. vollem Zettel wurde laut „Bingo“ gerufen und es gab kleine Preise für die Gewinner. Im Anschluss an diesen fröhlichen Einstieg konnten die Vorsteher sich mit den Jugendlichen und gegenseitig bei gemütlichem Beisammensein austauschen.
Neue Bezirksleitung und Aspekte von Kirche in der Gesellschaft
Am zweiten Tag war zunächst Raum, um die Bezirksleitung etwas besser kennen zu lernen. Bezirksapostel Stefan Pöschel hatte erst fünf Wochen zuvor mit Maik Augustin einen neuen Bezirksleiter beauftragt und mit Christian Kubelt einen weiteren Vertreter ernannt. Alle aktuell vier Mitglieder der Bezirksleitung stellten sich den Fragen der Teilnehmer. Diese reichten von „Kennst du einen NAK-Witz?“ bis zu „Wie trefft ihr Entscheidungen in eurem Kreis?".
Am weiteren Vormittag wurde anhand einer ausführlichen Umfrage der evangelischen Kirche aus dem Jahr 2022 über Veränderungen in Kirche und Gesellschaft diskutiert. Einige Aspekte der Umfrage wurden von Moderator Sven Ricks vorgestellt. Gemeinsam wurde nachgedacht, inwieweit das auch unsere Kirche betrifft und welche Schlüsse daraus gezogen werden sollten. Viele Gespräche wurden beim anschließenden Mittagessen weitergeführt.
Geh-Spräch nach der Mittagspause
Nach dem Essen konnten sich die Vorsteher, Vertreter und ihre Partnerinnen bei einem Geh-Spräch über das Gelände in Zweier- oder Dreiergruppen besser kennen lernen. Trotz Kälte und eisigem Wind wurde bis zu 90 Minuten lang die Umgebung des Tagungszentrums und der angrenzende Park für einen intensiven Austausch genutzt. Dieses Geh-Spräch bezeichneten viele im Anschluss als einen der besten Augenblicke des ganzen Wochenendes. Im Anschluss ging es um Umgang mit Stress und die "Work-Church-Life-Balance", geleitet von Moderator Bernd Würzler.
Geistiger Höhepunkt des Wochenendes
Am Sonntagmorgen fand im Tagungszentrum ein gemeinsamer Gottesdienst im Kreis der Teilnehmer und ihrer Familien statt. Bischof Sascha Tümmler stellte seine Predigt unter die Bibelverse aus Johannes 13, 33.34: "Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt."
Bischof Tümmler drückte zunächst seine Dankbarkeit für alle Arbeit im Bezirk aus und leitete auf das Bild der Arbeiter im Weinberg über. „Wer sind eigentlich die Verlierer in diesem Gleichnis?“, fragte der Bischof. „Die, die nicht als Arbeiter mitgenommen wurden“. Er übertrug das Bild auf unsere Gemeinden. Vielleicht stünden hier und da noch „Arbeiter“ auf dem Marktplatz, würden aber von den geistlichen Leitern gar nicht wahrgenommen. Der Bischof forderte die Gemeindevorsteher und -vertreter auf, daher mal genau hinzuschauen, ob es in unseren Gemeinden nicht noch potentielle Mitarbeiter gäbe, die sich mit ihrer Gabe einbringen könnten, aber vielleicht einfach nicht unseren Vorstellungen entsprächen. „Lasst uns da unseren Blick weiten“, endete der Bischof diesen Aspekt.
Liebe sei das Zeichen, daran man uns erkennt
Bezogen auf das Bibelwort stellte Bischof Tümmler zunächst heraus, dass Jesus zuerst geliebt habe. Seine Liebe sei uns zuteilgeworden. Unsere gegenseitige Liebe sei eine Folge davon und solle das Zeichen sein, daran man uns erkennt. Dies habe er bei diesem Wochenende bereits gespürt, mit wieviel gegenseitiger Wertschätzung sich die Teilnehmer begegnet seien. Auch in unseren Gemeinden solle die Liebe das Erkennungszeichen sein, führte der Bischof weiter aus. „Lieben, wie Jesus geliebt hat – wie macht man das?“, fragte er die Gemeinde. Im Weiteren führte er mehrere Beispiele aus der Bibel an.
Erstens: "Geht zu denen, die am Rand stehen, die draußen stehen." Jesus sei damals zu den Aussätzigen gegangen und habe ihnen durch die Heilung wieder die Chance auf Gemeinschaft geschenkt. Jesus sei dabei immer unser Vorbild. Der zweite Aspekt handelte vom "Verlorenen". Der Bischof verwies auf die Gleichnisse vom Verlorenen in der Bibel. „Sucht das Verlorene!“, so der Bischof und ergänzte, dass der Blick zu denen gehen soll, die vielleicht Abstand genommen hätten und gerade nicht Teil der aktiven Gemeinde seien. Als dritten Aspekt der gegenseitigen Liebe nannte er das Vergeben. Jesus habe selbst am Kreuz noch den Menschen vergeben. Auch wir sollen uns darin üben, einander zu vergeben, aufeinander zuzugehen und keine zwischenmenschlichen Konflikte über die Liebe Gottes zu stellen.
Liebe macht erfinderisch
Evangelist Sven Ricks stellte in seinem Predigtbeitrag die Frage, wie man das denn ganz konkret machen solle, zu lieben, wie Jesus geliebt hat? Seine Antwort war: „Liebe macht erfinderisch“.
Bezirksvorsteher Priester Maik Augustin verwandte in seinem Predigtbeitrag das Bild eines Baums. Die Liebe sei wie ein Baum mit starken Wurzeln, die im Boden verankert sind, einem starken Stamm und Ästen, die bis zum Himmel reichen würden. Diese Äste könnten auch Früchte tragen und dadurch die Liebe weitergeben. "Lasst uns die Liebe weitergeben“, so der Bezirksvorsteher.
Der Gottesdienst wurde von einem spontan gebildeten Chor und dem Klavier umrahmt. Nach dem Gottesdienst wurde noch das traditionelle Gruppenfoto gemacht, bevor die Zeit bis zum Mittagessen für eine Abschlussrunde genutzt wurde. Nach dem gemeinsamen Essen machten sich die Teilnehmer wieder auf den Nachhauseweg und waren der Meinung, dass dieses Format auch im kommenden Jahr wieder stattfinden solle.
Alle Gottesdienstteilnehmer am Sonntag des Vorsteher-Wochenendes
1. Februar 2026
Text:
Natascha Wagner
Fotos:
Simon Kisselbach,
Sven Schroer,
Marco Wagner
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