Kassel. Am Sonntag, 21. Januar 2024 feierte Bischof Peter Johanning in der Kirche Kassel-Harleshausen mit rund 100 Jugendlichen plus Jugendbeauftragte aus den Bezirken Hersfeld-Lauterbach, Kassel-Korbach und Marburg einen Jugendgottesdienst zum Jahresbeginn.
Bischof Peter Johanning, der neben seiner Tätigkeit als Amtsträger auch beruflich für die internationale Kirchenleitung der NAK aktiv war und dort die Leitung der NAKI Kommunikationsdienste bis 2022 innehatte, legt dem Gottesdienst das Bibelwort aus dem Matthäusevangelium 20,32 zugrunde: „Jesus aber blieb stehen, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich für euch tun soll?“
Nach dem Eingangslied „Es mag sein, dass alles fällt“ erfolgte eine Lesung durch eine jugendliche Schwester aus dem Bezirk Kassel Korbach aus Matthäus 20,29-34. Diese Textstelle beschreibt die Heilung zweier Blinder in Jericho durch Jesus. Bischof Johanning begann die Predigt mit einigen Gedanken das Eingangslied betreffend. In dem Lied schreibt der Lieddichter von der Welt, die um einen herum in Trümmer bricht und verweist dann auf Gott, der einen nicht fallen lässt. Der Dichter dieses Textes habe selbst viele schwere Zeiten durchlebt, so der Bischof, wodurch die Botschaft dieser Zeilen nochmal eindrücklicher würde.
Herr, erbarme dich
Im Verlauf seiner Predigt kam Bischof Johanning immer wieder auf den Ausspruch „Kyrie Eleison" zurück, was so viel heißt wie „Herr, erbarme dich!“. Dieser Ausspruch ist auch in der Erzählung von den Blinden in Jericho zu finden, als sie Jesus um Heilung anflehen. Wenn alles ringsherum in Trümmern liege, so sei doch der Glaube die eine Feste, die bestehen bleibe.
Besonders auch als jugendliche Person könne die Neugier auf das Leben und das Ausprobieren von neuen Dingen zu Erschütterungen führen, so Bischof Johanning. Doch anstatt aufzugeben, solle der Blick zu Gott gerichtet werden, mit genau dieser Bitte im Herzen „Herr, erbarme dich mir!“. Denn man könne sich immer darauf verlassen, dass Gott zuhört und Beistand leistet.
Bezogen auf die Geschichte der Blinden, die durch Jesus wieder sehen konnten, wies Bischof Johanning darauf hin, dass nicht der Akt der Heilung im Vordergrund stehe. Viel wichtiger und entscheidender sei, dass sie Jesus anschließend nachgefolgt seien. Nicht um gegebenenfalls weitere Ausbesserungen an ihrer Sehkraft vorzunehmen, sondern weil sie von Jesus und seiner Lehre überzeugt waren und dies weiter erleben wollten.
Schlussendlich erzählte der Bischof noch von einer Begebenheit auf einer seiner Reisen, bei der unterstrichen wurde, dass manchmal das verkopfte Denken nicht so zielführend ist, wie dem Herzen zu folgen. Mit diesem Gedanken beendete Bischof Johanning seinen Predigtteil.
Predigtbeiträge
Die Predigt wurde durch Diakon Simon Kisselbach und Bezirksältesten Sascha Tümmler, beide aus dem Bezirk Kassel Korbach, ergänzt.
Diakon Simon Kisselbach ging auf die in dem Textwort gestellte Frage nach den Wünschen der Menschen an Gott ein, indem er von seiner Klingel zu Hause berichtete. Denn genau wie er dort mithilfe einer Kamera sehen könne, wer vor seiner Haustür steht, wünsche er sich doch, dass jeder genauso, wenn er vor seine Herzenstür schaue, Gott dort sehen könne. Daraufhin stellte er die Frage, was er sich von Gott wünsche. Die Antwort darauf bestand in einer Bitte um ein Augenöffnen, um ein tieferes Verständnis, einen gestärkten Glauben und um Glaubenserlebnisse.
Bezirksältester Tümmler berichtete von einem Weihnachtsdilemma, welches ihm ein ganz anderes Geschenk bescherte, als jenes, welches er sich im Vorfeld sehr gewünscht hatte. Doch nachdem die erste Enttäuschung abgeklungen war, sei ihm bewusst geworden, wie blind er selbst für die Vorzüge des anderen Geschenkes, welches er noch heute benütze, gewesen sei. Dies übertrug der Bezirksvorsteher dann auf unser Verhältnis zu Gott, wie oft wir vielleicht schon blind gewesen seien, für Dinge, die Gott uns geschenkt hat. Daraus resultierte die Frage nach dem richtigen Fokus, um nicht länger blind zu sein, sondern in einen Zustand des Sehens überzugehen.
Anschließend feierte die Gemeinde Sündenvergebung und Heiliges Abendmahl, bevor der Gottesdienst mit dem Schlusssegen beendet und durch Jugendchor und orchester musikalisch abgerundet wurde.
Gemeinsamer Brunch und Fragerunde
Nach dem Gottesdienst kamen die Jugendlichen über selbstgemachten Kleinigkeiten des Brunch-Buffets ins Gespräch miteinander und hatten die Chance, Gemeinschaft zu pflegen. Nachdem alle gesättigt waren, kamen die Jugendlichen ein letztes Mal zusammen für eine Fragerunde mit Bischof Johanning.
Im Vorfeld waren hierfür Fragen gesammelt worden, sowohl bezüglich des Glaubens als auch der neuapostolischen Kirche als solche, da Bischof Johanning durch seine frühere berufliche Tätigkeit dort eine entsprechende Expertise besitzt. Ungefähr eine Stunde lang beantwortete er zahlreiche Fragen und erzählte von spannenden und interessanten Erlebnissen seiner zahlreichen Reisen im Ausland.
22. Februar 2024
Text:
Karla Niermann
Fotos:
Simon Kisselbach
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