Ein Jahr lang hatte sich die Gemeinde Baunatal auf das Kommen des Apostels gefreut. Nun wurde es Wirklichkeit, mit einer kleinen Änderung: aus dem angekündigten Apostel Wolfgang Schug wurde Apostel Gerd Kisselbach.
Dieser diente mit dem Bibelwort aus Lukas 2, 10.11: „Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ Umrahmt wurde der Gottesdienst mit dem Gesang von gemischtem Chor und Kinderchor.
Die Botschaft Gottes an die Hirten damals
Apostel Kisselbach führte die Gemeinde hinein in das Geschehen vor ca. 2.000 Jahren, als den Hirten mitten in der Nacht, ungeplant und völlig überraschend, der Engel erschien und ihnen Großartiges verkündete: Gott wird sichtbar in seiner Liebe bei den Menschen durch Jesus Christus. „Fürchtet euch nicht!“ Damals bei den Hirten auf dem Felde wie auch heute bei uns laute die Botschaft: Der Herr ist mitten unter uns.
Der Engel habe den Hirten gesagt, wo und wie sie das neu geborene Jesu-Kind finden: in Betlehem, in einer Krippe im Stall, in Windeln gewickelt, fast nackt. Damit habe Gott kundgetan, dass er sich in einfacher, schlichter Umgebung offenbare, so der Apostel. Die Hirten hätten den Worten des Engels geglaubt, alles zurückgelassen und sich sofort auf den Weg nach Betlehem gemacht, wo sie das Kind wie verheißen vorgefunden hätten.
Die Botschaft an uns heute
Die heutige Botschaft, die uns verkündet werde, sei das Wiederkommen des Gottessohnes, so Apostel Kisselbach. Jesus habe verheißen, dass er die Seinen zu sich nimmt. Dieses sei heute genauso unvorstellbar wie die Botschaft, die die Hirten damals erhielten. Verkündet werde sie in profanem Rahmen durch normale Menschen. Aber nicht die Rahmenbedingungen seien das Entscheidende, sondern der Inhalt.
So seien nun auch die Christen aufgerufen, sich aufzumachen, sich zu bewegen, den Weg gemeinsam zu gehen, so wie die Hirten auch gemeinsam gegangen seien. Es sei der Weg des Einsseins, der in der Verbundenheit in der Liebe Gottes und im Einssein untereinander beschritten werde und wo Jesus Christus vorangehe. Das solle unsere Reaktion auf die Botschaft sein, die uns heute verkündet werde.
Liebe - Frieden - Freude
Neben dem Altar war ein geschmückter Weihnachtsbaum aufgestellt, unter dem auch einige Päckchen abgelegt waren. Drei Päckchen nahm Apostel Kisselbach zur Hand, die etwas abseits gelandet waren und "in der Ecke" lagen. Sie waren beschriftet mit Liebe | Frieden | Freude. Diese Anregung aufgreifend sagte der Apostel, Gott sei in Jesus da und wir seien aufgerufen, die frohe Botschaft wieder hervorzuholen, die Worte wie eine Maria im Herzen zu bewahren und mit in unseren Alltag hineinzunehmen. Die anderen Menschen hätten sich gewundert, aber Maria habe die Worte der Hirten bewegt in ihrem Herzen.
Das Licht Gottes
Der Vorsteher der Gemeinde, Evangelist Ralf Edinger, stellte am Anfang seines Predigtbeitrags die Frage, ob die Gläubigen die Tradition pflegen oder in die Botschaft hineinkommen möchten. Die Rahmenbedingungen seien nicht immer ideal: Damals war es Nacht, aber da hinein schien das helle Licht. Gott könnte alles anders machen, so führte er weiter aus, aber in seinem Plan habe er es so festgelegt. Auch heute scheine das Licht Gottes dauerhaft und individuell, nachhaltig; nicht wie bei einer Wunderkerze, bei der es wunderbar sei, solange sie brennt, aber nach kurzer Zeit sei sie wieder erloschen. Er forderte die versammelte Gemeinde auf, anzunehmen, was von Gott sei und zur Vollendung der Kirche Jesu Christi diene.
Verabschiedung einer Lehrkraft
Am Ende des Gottesdienstes dankte der Vorsteher der Gemeinde unserer Schwester Britta Kisselbach für ihre hingebungsvolle Lehrtätigkeit an den Kindern, die nun von anderen Lehrkräften fortgeführt wird. Sie habe in den 27 Jahren die Kinder mit ihrer nachhaltigen Segensarbeit geprägt und er dankte ihr, dass sie ihr Herz in diese Arbeit hineingelegt habe.
Nach dem begeisternden Vortrag der Kinder, die noch einmal im Lied dazu aufforderten, auf das brennende Licht zu achten, dass es nicht verlöscht, und es weiterzugeben, sang die Gemeinde gemeinsam das Lied „O du fröhliche“, was in Baunatal fast schon eine Tradition ist.
1. Januar 2024
Text:
Gunther Krack
Fotos:
Simon Kisselbach
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