Am Sonntag, 9. August feierte Apostel Gerd Kisselbach einen Gottesdienst im Bezirk Kassel-Korbach, zu dem die Gemeinden Baunatal, Kassel-Südwest und Oberweser-Solling eingeladen waren. Zudem wurde der Gottesdienst in die Kirchen Kassel-Nordost (mit Niestetal) und Wolfhagen (mit Bad Arolsen) übertragen. In diesem Gottesdienst empfingen drei Kinder das Sakrament der Heiligen Versiegelung.
"Das ist Gottesdienst, wenn wir als Gemeinde Gott ein Halleluja entgegenbringen!". So begann Apostel Gerd Kisselbach seine Predigt am Sonntag, den 9. August 2026, als Reaktion auf das Chorlied „Jauchzet und singet in dankenden Chören" in der Kirche Kassel-Südwest, zu der die Gemeinden Baunatal, Kassel-Südwest und Oberweser-Solling eingeladen waren.
Anbetung – eine Verbindung zwischen uns und Gott
Wir suchen seine Begegnung, Nähe und Liebe und kommen mit unterschiedlicher Vorbereitung sowie jeder mit einem anderen Verlangen zum Gottesdienst, um neu auf Gott zu blicken und ihn als unseren Schöpfer anzubeten. Ihn, den liebenden Vater - wir, die Gotteskinder, und erhoffen uns neue Impulse für unser Glaubensleben.
Freut euch in dem Herrn allewege
Als Grundlage für die Predigt diente das Bibelwort aus Philipper 4, Vers 4: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!", welches der Stammapostel in einem Gottesdienst in der Schweiz verwendete.
„Wir haben hier 201 verschiedene Lebenssituationen", so leitete Apostel Kisselbach den Hauptteil seiner Predigt ein. Der eine freut sich über den erlebten, erholsamen Urlaub, der andere sagt „Urlaub? Hatte ich schon lange nicht mehr. Ich fühle mich eher alleine und einsam." Der nächste freut sich über Gesundheit, der andere ist krank und das schon länger. Manch einer hat Trauer und Verlust zu tragen. Einige haben wirtschaftliche Nöte, und vielleicht denkt manches Schulkind mit Bauchweh an den Beginn des neuen Schuljahres.
Und da kommt Paulus und ruft uns zu: „Freuet euch allewege!". Sollen wir uns über Angst, Stress, Sorgen, Krankheit und Verlust freuen? Paulus schaut auf den Herrn in seiner Allmacht und sieht in ihm in jeder Situation eine Kraftquelle. Das gibt ihm Freude und Hoffnung.
Gottes Liebe zu uns ist unkaputtbar
In Römer 8,38 ff steht, dass uns nichts von der Liebe Gottes scheiden kann. Gott liebt dich, weil du sein Kind bist, auch wenn du schwach und unvollkommen bist. Er hat dich gemacht, weil er dich liebt. „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir", sagte König David (Psalm 139,5), der mit Gott Höhen und Tiefen erlebte. Gott ist nah mit Kraft und Liebe. Das ist die Quelle der Freude.
Wie sieht unsere Beziehung zu Gott aus?
Gottes Beziehung zum Menschen begann im Paradies mit Adam und Eva. Sie lebten in vollkommener Harmonie mit Gott. Dann kam der Sündenfall und plötzlich haben sie sich vor Gott versteckt. Die Beziehung war gestört durch die Sünde. Wir sind unvollkommen durch die Sünde, kommen in Demut vor Gott und suchen seine Gnade. Mit Sorgen und Belastungen nahen wir uns Gott, beten und fragen: „Warum erlebe ich Krankheit, Verlust, Angst und Leid?"
Der Jurist Spafford lebte im Wohlstand. Erst verlor er seinen Sohn, dann unternahm seine Frau mit den vier Töchtern auf Empfehlung des Arztes eine Schiffsreise nach Europa. Geschäftliche Gründe verhinderten seine Mitreise, die Familie fuhr voraus, das Schiff kollidierte und sank. Seine Frau überlebte als Einzige. Er reiste daraufhin zu seiner Frau, weinte an der Unglücksstelle und schloss sich dann in seiner Verzweiflung in seine Schiffkabine ein und dichtete das Lied: „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt ... mir ist wohl in dem Herrn."
Auch in Sorge und Leid ist Gott da. Wie es in Psalm 23 sinngemäß steht „ich fürchte mich nicht, denn du bist bei mir" – immer!
Durch Probleme untereinander kann die Gottesbeziehung getrübt sein; das Herz verhärtet, die Situation eskaliert. Das kann man nicht verhindern, aber das können wir gestalten, mahnt der Apostel. Paulus spricht in seinem Brief an die Gemeinde Philippi direkt zwei Schwestern an, die Streit miteinander hatten. „Bedenkt doch, dass ihr in dem Herrn seid. Seid miteinander stark in der gleichen Verbindung zu Gott und eurem gleichen Wesen."
Der Herr ist nahe
Jesus Christus ist nah in der Verheißung seines Wiederkommens. Man könnte jetzt sagen: „Früher war die Naherwartung auf das Wiederkommen des Herrn größer." Aber zeitlich stimmt das nicht. Der Tag war noch nie so nah wie heute. Gott erfüllt seine Verheißung. Die Zukunft wird gut und ungleich besser als alles, was wir uns vorstellen können.
Freude im Herrn macht resilient
Die Freude im Herrn macht resilient gegen Sorgen im Natürlichen, sagte der stellvertretende Bezirksvorsteher Priester Christian Kubelt in seinem Predigtbeitrag. Es geht hier nicht um irgendeine Freude, sondern um die Freude auf allen Wegen. Ist das ein Gefühl des Glücks? Gefühle können sich ändern. Eine gleiche Situation kann manchmal Freude geben oder Freude nehmen, je nachdem aus welchem Blickwinkel man das sieht.
Paulus dankte der Gemeinde in dem Herrn, dass sie ihn reichlich versorgt habe, sagte aber auch, dass er kein Problem mit Mangel habe. Er vermag alles in dem Herrn, der ihn mächtig macht.
Gottes Frieden teilen
Inspiriert durch den Liedvortrag des Chores „Verleih uns Frieden ewiglich", empfahl der Apostel, mit dem Frieden, der höher ist als alle Vernunft, mit dem Frieden des Auferstandenen, der ein Stück des Himmels ist, den uns Gott verleiht im Augenblick der Sündenvergebung, aufzutanken und Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit zurückzulassen.
Nehmen wir diese Friedensrealität mit in die kommende Woche und begegnen wir dem Nächsten mit der Freude und dem Frieden seiner Verheißung. Gottes Frieden teilen bedeutet doppelter Frieden.
Sakrament der Heiligen Versiegelung
„Ein besonderer Moment, von Gott gegeben, indem er die Gabe des Heiligen Geistes schenkt", so leitete Apostel Kisselbach die Ansprache vor der Versiegelung der Seelen ein. Die Sakramente haben alle eine sichtbare und eine unsichtbare Ebene. Bei der Taufe ist das Wasser das Symbol für das Unsichtbare. Die sichtbare Hostie aus Brot und Wein im Heiligen Abendmahl verkörpert den Leib und das Blut Christi, und bei der Versiegelung besteht die sichtbare Ebene aus dem Gebet und der Handauflegung eines Menschens, eines Apostels. Warum die Hand? Das ist das Zeichen, das Gott gibt.
Was gibt Gott?
Paulus erinnert uns daran, dass Gott uns nicht den Geist der Furcht gegeben hat, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2. Timotheus 1, 7). Die Liebe hilft uns als Gotteskinder ihn und unseren Nächsten so zu lieben, wie er uns liebt. Dem Nächsten mit Wertschätzung zu begegnen, sogar dann, wenn der andere komisch ist.
Gottes Gabe gibt uns die Kraft, ihm nachzufolgen, ihm zu glauben, zu lieben und auf ihn zu hoffen. Und der Geist der Besonnenheit gibt uns in unserer Zeit, die sehr besonders ist, Liebe, Frieden und innere Ruhe.
Nach der Feier des Abendmahls beendete der Apostel den Gottesdienst mit dem Schlussgebet und Schlusssegen.
28. August 2026
Text:
Silke Würzler
Fotos:
Simon Kisselbach
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