Am Sonntag, 24. August haben sich die Kinder des ganzen Bezirks zum Familiengottesdienst in der Kirche Kassel-Nordost getroffen. Viele Mitmachstationen sowie das Essen und Beisammensein nach dem Gottesdienst machten den Gottesdienst fast zu einem kleinen Kindertag.
Gott erleben, das geht nicht nur mit den Ohren beim Gottesdienst. Das geht mit allen Sinnen: Wenn man barfuß durch nassen Sand läuft, mit den Fingern einen Tannenzapfen ertastet oder dabei zuschauen kann, wie sich eine Blume öffnet.
Erlebnisse schon vor dem Gottesdienst
Für die Kinder, die am Sonntag zum Familiengottesdienst in die Kirche Kassel-Nordost gekommen sind, fängt das Erlebnis schon lange vor dem Eingangsgebet an. In und vor der Kirche sind Stationen aufgebaut, bei denen alle Sinne gefordert sind. Wer findet beim Hör-Memory die zwei Filmdosen, in denen Reis rasselt? Wer kann blind alle Gegenstände in einem Pappkarton ertasten – und schmeckt eine Wassermelone mit verbundenen Augen noch nach Wassermelone? Außerdem ist da das große Rätsel um die Papierblumen, die die Kinder malen und falten – und die sich langsam öffnen, wenn man sie in Wasser legt: „Wie geht das denn?“, die ganze Zeit sind Kinder an dieser Station am Altar, schauen zu und staunen. So entsteht ein ganz besonderer Altarschmuck, denn die geöffneten Blumen schwimmen während des Gottesdienstes in den Wasserschalen.
Draußen vor der Kirche versuchen die Kinder blind einen Parcours zu bewältigen. „Ohne Hilfe unmöglich“, sagt einer der Erwachsenen und gibt einem Kind die Hand, das sich von ihm leiten lässt. Helfen und vertrauen – das passt schon super zum Gottesdienst.
Bibelwort zum Mitnehmen
Der offizielle Teil beginnt gleich mit zwei Überraschungen. Priester Thorsten Quanz (Gemeinde Kassel-Nordost) läuft nicht mit leeren Händen zum Altar. Er hat eine Schultüte dabei – um die Kinder anzusprechen, die in der Woche zuvor eingeschult worden sind.
Die zweite Überraschung ist, dass das Textwort nicht zu lesen, sondern zu fühlen ist. In Braille-Schrift, also Blindenschrift, steht es auf einem Stück Pappe, das jemand in die Bibel gelegt hat. An einem der Stände konnten sich die Kinder solche Lesezeichen machen.
„Gott ruft dich“, steht da (Markus 10,49) und der Kinderchor singt „Was für den Menschen unmöglich ist, das ist für Gott möglich.“ Es geht um den blinden Bartimäus, der unbedingt zu Jesus will. Viele wollen ihn abweisen und ihn nicht durchlassen, bis Jesus ihn zu sich ruft. Er erkennt Bartimäus' großen Glauben und schenkt ihm das Augenlicht.
Eine Kindergruppe spielt die Bibelstelle als Klanggeschichte nach – mit Trommeln, Rasseln, knisterndem Backpapier. Den Auftritt hatten sie vor dem Gottesdienst gemeinsam erarbeitet. Spannend für die Ohren statt für die Augen.
Priester Thorsten Quanz lässt die Kinder erzählen, wem sie gerne helfen. Freunde, Eltern, Geschwister fallen ihnen ein. Aber vielleicht, sagt er, könnte man ja auch mal denen helfen, die man doof findet. Auch das gehört dazu.
Eine interessante Erfahrung
Dann dient Priester Stephan Giesler (Gemeinde Calden) mit – und wer vor dem Gottesdienst aufmerksam war, erkennt ihn. Es ist der blinde Bettler, der vorhin noch mit der Jogginghose und Badelatschen am Eingang gesessen hat. Wer wollte, konnte mit ihm reden, ihm vielleicht sogar Hilfe anbieten. Für ihn sei das kleine Experiment spannend gewesen: „Ich musste vor dem Gottesdienst mal überlegen: Was ziehe ich an?“, sagt er scherzhaft. Und dann ernster: "Es sei eine super Erfahrung gewesen, mal jemand ganz anders zu sein und anders behandelt zu werden."
Er gibt den Kindern eins mit auf den Weg: Auch wenn es viele Unterschiede gibt, auch wenn wir nicht jeden immer verstehen, könnten wir uns vornehmen, offener mit den Menschen umzugehen, die uns umgeben. So wie Jesus offen war zu Bartimäus, ihn angehört hat und ihm schließlich geholfen hat.
Der Kinderchor singt eine Variation von „Gott ist die Liebe“.
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
