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Karfreitag - die Wende hin zum Heil

 

An Karfreitag, 18. April 2025 besuchte Bezirksapostel Stefan Pöschel erstmals alle Gemeinden unseres Bezirks. In der Halle in Vellmar-Frommershausen hatten sich rund 750 Glaubensgeschwister zum Gottesdienst versammelt.

Nach dem musikalischen Beitrag „Siehe, das ist Gottes Lamm“ durch den Bezirkschor folgte eine Bibellesung aus Matthäus 27, 31-50 durch eine jugendliche Glaubensschwester. Bezirksapostel Pöschel legte dem Gottesdienst die Verse 39 und 40 aus diesem Geschehen zu Grunde: "Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz!"

Wende hin zum Heil

Zu Beginn seiner Predigt erklärte Bezirksapostel Pöschel beim Blick auf das Geschehen in damaliger Zeit, dass diese Augenblicke sehr viel Tragik, Schmerz und an dieser Stelle noch nicht erkennbare Hoffnung beinhalteten, sodass man von der Wende hin zum Heil sprechen könne. Er sprach vom "großen Finale", wo Gott und Mensch wieder zusammenkommen können, daher sei das Gedenken der Christen an diesem Tag etwas Elementares.

An Karfreitag sei die Zeitenwende eingetreten durch den Sieg über den Tod und es sei deutlich geworden, wie sehr Gott seine Menschen liebe: "Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde" (vgl. Johannes 15, 13-14a). "Für dich, aus lauter Liebe, hat er sein Leben gegeben", dies sei ein kaum begreifbarer Ausdruck größter Freundschaft Jesu Christi.

Bezirksapostel Pöschel stellte klar, dass das Sterben von Jesus Christus am Kreuz auf Golgatha weder das Ergebnis eines Zufalls noch eines Justizirrtums gewesen sei, sondern das Wirken des liebenden Gottes und Teil der Heilsgeschichte. Fünf Tage zuvor habe man Jesus überschwänglich als König der Juden mit "Hosianna"-Rufen willkommen geheißen, und nun hing er am Kreuz. Die Verärgerung und der Spott „wenn du Gottes Sohn bist, dann hilf dir doch selber“ seien daher nicht verwunderlich. Man war sich sicher, einem falschen Propheten aufgesessen zu sein.

Jesus Christus - wahrer Gott

Mit der Aussage "wenn du Gottes Sohn bist" hätten die Passanten auf Golgatha genau den Kernpunkt des Wirkens Jesu Christi getroffen. Dreihundert Jahre später formulieren Christen der frühen Kirche beim Konzil in Nizäa-Konstantinopel das Glaubensbekenntnis, dass Jesus wahrer Sohn Gottes ist. Dieses Bekenntnis ist auch Teil des Katechismus unserer Kirche: "Gott vom Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott". Die spottenden Menschen unter dem Kreuz hätten es wahrhaftig nicht begriffen, dass es die Mission Jesu gewesen war, für die Menschen zu leiden, als Unschuldiger für die Schuld der Menschen alles über sich ergehen zu lassen und letztendlich das Leben auszuhauchen, weil Gott die Verbindung zwischen sich und den Menschen wieder herstellen will.

Der Bezirksapostel erwähnte, dass die Menschen die Aussage Jesu, dass der Tempel abgerissen und innerhalb von drei Tagen wieder aufgebaut würde (vgl. Matthäus 26,61), als Gotteslästerung empfunden haben. Damit habe sich fortgesetzt, dass sie Jesus nicht verstanden. Jesus Christus hat mit dem Tempel sich selbst gemeint, da Gott in dem "Tempel Jesus Christus" wohne. Und mit dem Abbruch des Tempels war sein Tod gemeint sowie mit dem Aufbau nach drei Tagen seine Auferstehung. Jesus habe dies am Kreuz gehört und seinen Vater gebeten: "vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" (vgl. Lukas 23,34).

Beschäftigung mit dem Kreuz

Karfreitag bedeute auch, so der Bezirksapostel, sich mit dem Kreuz zu beschäftigen, zum einen als Symbol des Christentums allgemein, zum anderen mit der Botschaft vom Kreuz. Das Kreuz sei das tiefe christliche Bekenntnis, dass wir an den Tod von Jesus Christus und seine Heilsbedeutung für uns glauben. Damit sei die Chance verbunden, zurück zu Gott zu kommen. Des Weiteren sprach der Bezirksapostel von einer zunehmenden Säkularisierung, einer Abwendung von Gott oder gar seiner Ablehnung, in unserer Gesellschaft. Wir wollen die christliche Stimme dagegen erheben, weil die Hinwendung zu Gott so enorm wichtig ist, da es um die Zukunft der unsterblichen Seele, das Leben nach dem Tod und den Wunsch auf ewiges Leben bei Gott gehe.

Abschließend machte der Bezirksapostel deutlich, dass wir als neuapostolische Christen sowohl an den Tod als auch an die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus glauben. Dies sei das Fundament unseres Glaubens. Apostel Paulus habe dies so beschrieben: "Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!" (vgl. 2. Korinther 5,19-20)

Das Kreuz überwindet die Kluft

Bezirksvorsteher Sascha Tümmler zeigte in seinem Predigtbeitrag ein Bild von einer Kluft auf, wo auf der einen Seite der Mensch stünde, auf der anderen Seite Gott, und es gäbe keine Verbindung. Durch das Kreuz sei die Kluft überwunden worden und der Mensch habe wieder die Möglichkeit erhalten zu Gott zu kommen.

Der Bezirksälteste erwähnte, dass durch den Tod am Kreuz der Vorhang im Tempel zerriss und somit der Weg zum Allerheiligsten frei wurde. Statt Aufschub von Sünden durch den Hohepriester sei nun durch den Kreuzestod direkte Vergebung von Sünde möglich geworden.

Gott opferte seinen Sohn

Bezirksvorstehervertreter Priester Maik Augustin beschrieb ein Geschehen eines Eisenbahn-Brückenwärters und seines Kindes. Das Kind war in die Mechanik der Klappbrücke gefallen und nun musste der Vater eine schwere Entscheidung treffen. Entweder die Rettung des eigenen Sohnes oder die Rettung aller Zuginsassen, die ansonsten durch die noch hochgezogene Brücke umkommen würden. Priester Augustin verknüpfte dies mit der Entscheidung Gottes, seinen eigenen Sohn zu opfern, um die Menschen aus ihrer Sünde zu retten und ihnen das Leben zu schenken.

Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls bereitete Apostel Gerd Kisselbach die Augenblicke für das Abendmahl für Entschlafene vor. Das Streichensemble des Bezirks umrahmte die feierlichen Momente.

Mit dem Lied des Chores "Allein Gott in der Höh sei Ehr" endete der Gottesdienst. Wer wollte, konnte sich noch von den Aposteln und der Bezirksleitung verabschieden.

21. April 2025
Text: Marco Wagner
Fotos: Andreas Roll

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