Ziegenhain. Am Samstag, 8. Juni 2024 machten sich sechs Konfirmandinnen, zwei Konfirmanden und fünf Betreuer/-innen auf den Weg nach Schwalmstadt-Ziegenhain.
Mit dem Bus wurden die Gruppe der Konfirmanden und Betreuer vom Hauptbahnhof Kassel nach Ziegenhain zum Museum der Schwalm gebracht, wo sie von Kunigunde von Lüder in ihrer schönen Tracht aus dem 15. Jahrhundert durch die Stadt geführt wurde, und die Interessantes über die Entstehung der Konfirmation berichtete.
Von Schwalmstadt in die ganze Welt
Millionen Christen weltweit feiern Jahr für Jahr das Fest der Konfirmation. Als persönliche Glaubensbekräftigung bestätigen Jugendliche ihre Taufe und vollziehen den Übergang zu selbstverantwortlichen Mitgliedern ihrer Kirche.
1539 wurde die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung niedergeschrieben und unterzeichnet, die bis heute die Konfirmation, ihre Inhalte und Rituale definiert. Vorausgegangen war ein Streit um die Taufe. Sollten Säuglinge getauft werden oder lieber junge Erwachsene, die ihr Christsein bewusst leben? Die Täufer wollten die Erwachsenentaufe, sie wurden zur damaligen Zeit als Ketzer verfolgt und hingerichtet.
Der nordhessische Landgraf Philipp, der auch der Großmütige genannt wurde, gab den entscheidenden Impuls, diesen Streit zu beenden. Er engagierte den Straßburger Reformator Martin Bucer, um mit ihm einen Kompromiss zu finden: die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung von 1539!
Weil damals viele Kinder sehr früh starben, sollte die Taufe weiterhin unmittelbar nach der Geburt stattfinden. Als Jugendliche sollten die Getauften dann in einem feierlichen Akt das Taufbekenntnis, das Eltern und Paten stellvertretend gesprochen hatten, bestätigen. Diesem bedeutungsvollen Akt vorausgehen sollte eine „Unterweisung im Glauben“. Neben der Konfirmation war somit auch der Konfirmandenunterricht erfunden.
Was 1539 definiert wurde, wird auch heute noch genauso praktiziert.
Museum der Schwalm
Anschließend gab es eine Führung durch das Museum der Schwalm. Dort ausgestellt sind die Konfirmationstracht, Konfirmationsbriefe, die Bibel und Gesangbücher. Im Konfirmandenzimmer ist ein gedeckter Tisch zu finden, denn auch damals wurde die Konfirmation gefeiert, genau wie heute.
Abschließend ging es nach einem Besuch in der Eisdiele wieder mit dem Bus zurück nach Kassel.
12. Juni 2024
Text:
Sabine Tümmler
Fotos:
Ulrich Strube,
Sabine Tümmler
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
