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Gottesdienst mit Apostel Schug
und Ruhesetzung eines Diakons

 

Am Mittwochabend, 26. Juli 2023, erlebten die Geschwister und eingeladene Gäste einen besonderen Gottesdienst in Vellmar. Apostel Wolfgang Schug diente der Gemeinde mit dem Bibelwort aus Psalm 62,9: „Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus.“

Apostel Schug ging zu Beginn seines Dienens darauf ein, dass die Teilnahme am Gottesdienst allein aus dem Grund schon wichtig sei, da wir Teil der Gemeinde seien und wir Gott etwas gemeinsam geben wollten. Im gemeinsamen Gesang habe man Gott Lob dargebracht und im gemeinsamen Gebet sich mit ihm verbunden als besonderes Zeichen des Bekenntnisses zu Gott.

Wir wollen ihm unser Herz ausschütten

Der Psalmist wählte das schöne Bild des „Herzausschüttens“. Aus dem Leben kenne man die Dankbarkeit dafür, wenn man diejenige oder denjenigen fände, bei dem man alles loswerden könne. Unsere Erfahrung zeige, dass das beim himmlischen Vater möglich ist und er wohlwollend zuhört. Wir dürften ihm vertrauen, er kenne uns doch durch und durch.

Wozu brauchen wir das Gebet?

Beten sei nicht nur eine christliche Praxis, sondern für uns glaubensnotwendig. Der Apostel sprach von dem scheinbaren Widerspruch, dass Gott doch wisse, was wir benötigen und wir trotzdem dafür beten sollten. Es gehe uns auch ähnlich mit dem Opfer: Wir gäben ihm etwas zurück, was er uns zuvor gegeben habe. Es gehöre ja sowieso ihm und Gott sei darauf auch nicht angewiesen. Warum würden wir dann opfern? Der Apostel gab darauf die Antwort: Es ginge dabei immer um uns! Wir brauchen Gebet und Opfer, denn beides zeige unsere entschiedene und eindeutige Hinwendung zu Gott.

Ein zweiter Aspekt für unser Gebet sei die „Stille zu Gott“. Dies sei auch die Überschrift aus dem vorgelesenen Bibelwort aus Psalm 62. Wir benötigen das Gebet, um alles andere einmal hintenanzustellen und alle Stimmen zur Ruhe zu bringen. Jesus hatte sich zum Gebet mit seinem Vater auch zurückgezogen. Der Apostel wies auf Matthäus 6 hin, wo geschrieben steht „wenn du betest, so geh in dein Kämmerlein“ und er erwähnte noch den dortigen praktischen Hinweis, nicht zu plappern wie die Heiden. Wenn wir ehrlich mit Gott sprächen, brauche es dabei nicht viele Worte.

Im Gebet zeige sich drittens auch die Tiefe des Glaubens. Beten wir nur das, was wir Gott zutrauen oder auch Dinge, von denen wir sagen, dass sie eigentlich unmöglich sind. Unsere Bitten sollten ein Zeichen des Vertrauens in Gottes Allmacht sein.

Als vierten Grund für unser Gebet nannte der Apostel den Punkt, dass das Gebet uns selbst korrigieren und zum Nachdenken bringen könne, ob das Erbetene im Sinne Gottes sei und sich mit seinem Willen decke.

Apostel Schug wünschte der Gemeinde, den lieben Gott bei jedem Gebet, ob gemeinsam in der Kirche oder im Persönlichen, ganz nahe zu erleben und erteilte den Rat, um die Wiederkunft Christi zu beten, weil es uns helfe, in dieser Verheißung fest zu bleiben.

Betest du auch, wenn du betest?

Bezirksevangelist Manfred Kesting erinnerte sich in seinem Predigtbeitrag an seine ersten Gottesdienstbesuche, wo er Gebete in dieser Form vorher noch nie gehört hatte. Mit der Zeit öffnete sich ein Verständnis für das Gehörte und er konnte sich damit identifizieren und spürte, dass die Worte auch für einen selbst galten. Der Bezirksevangelist bekräftigte die Aussage des Apostels, dass unser gemeinsames Gebet die Grundlage für unseren gemeinschaftlichen Glauben sei, für ein Gotterleben und eine Wirkung daraus und führte ein geflügeltes Wort an: „Betest du auch wenn du betest?“ Es sei ein besonderer Schatz, eine besondere Erfahrung, wenn in der Tiefe des Gebetes keine zurechtgelegten Worte zum Ausdruck kämen und sich eine Richtung oder Orientierung mit einem Gebet verändern könne.

Das Gebet Jesu

In der Vorbereitung zum Heiligen Abendmahl ging der Apostel auf das von Jesus selbst gestiftete und empfohlene Gebet, das „Unser Vater“, ein. In diesem Gebet stecke alles, was ein Gebet beinhalten solle und er ermunterte die Gemeinde mit innerer Überzeugung einzustimmen.

Ruhesetzung von Diakon Reiner Meywirth

Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls versetzte der Apostel den Diakon Reiner Meywirth aus der Gemeinde Vellmar nach 35 Jahren Amtstätigkeit in drei Gemeinden in den Ruhestand. Der Apostel brachte sein empfundenes Glück zum Ausdruck, zu wissen, welche edlen und kostbaren Werkzeuge der himmlische Vater immer wieder fände, um am Tempel Gottes mitzubauen. Den Apostel berührte der über den Diakon geschriebene schlichte Satz, dass er zu einem Segen für die ganze Gemeinde geworden wäre. Das verlässliche Ja-Wort des Diakons vor Apostel Schilling im Jahr 1988 war deutlich Gott gegeben. Der Apostel wies auf die besondere Gabe der Freundlichkeit des Diakons hin, mit der er in seiner sehr liebevollen und nahen Weise zu den Geschwistern die Vorbereitung auf das Ziel des Glaubens unterstützt habe. Den Kindern habe er in den Unterrichten den Glauben weitergegeben und sich um die Senioren gekümmert. Auch für die vielen anderen Dinge, die man gar nicht aufzählen könne, bedankte sich der Apostel bei dem Diakon und wünschte ihm für die kommende Zeit ohne diese „Verpflichtungen“ einen „goldenen Ruhestand“ mit Gesundheit und einen noch freudigeren Blick in die Gemeinde.

Der Diakon erhielt nach dem Schlussgebet noch Blumen und Wünsche von der Bezirksleitung durch den Bezirksevangelisten Manfred Kesting und ein Geschenk von den Geschwistern der Gemeinde Vellmar, das ihm der Vorsteher, Evangelist Marco Lüttich, überreichte.

21. August 2023
Text: Christiane Lüttich
Fotos: Rudi Trebing

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