Am Donnerstag, 7. September 2023 erlebten die Gemeinden Felsberg-Neuenbrunslar und Fritzlar einen Gottesdienst mit Apostel Wolfgang Schug in der Kirche Felsberg-Neuenbrunslar. In diesem Gottesdienst beauftragte er Bezirksevangelisten Dieter Neumann zusätzlich als Vorsteher der Gemeinde Felsberg-Neuenbrunslar. Priester Felix Möller wurde zum Vorsteher-Vertreter ernannt.
Nach einem kräftigen „Gott, deine Gnad ist unser Leben“ als Eingangslied der beiden anwesenden Gemeinden und dem Eingangsgebet verlas Apostel Schug das Bibelwort aus Matthäus 18, 23.24: „Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig“.
Der Chor eröffnete den Gottesdienst mit dem vertrauten Lied „O bilde mich mein Meister“. Einleitend ging Apostel Schug auf dieses Lied ein und stellte die Bitte in den Raum, dass der Herr uns bilden möge, damit wir Jünger sein können. Er wünschte der Gemeinde, dass nichts Trennendes daran hindere, den himmlischen Vater an diesem Abend zu erleben. Die anschließende Bibellesung führte das Gleichnis Jesu noch einmal genauer aus. „Nur so wie du, Herr Jesu, möcht‘ ich werden“, gab das darauf folgende Sopransolo mit Orgelbegleitung zu Gehör.
Es geht um das Grundsätzliche
Mit diesen deutlichen Worten begann der Apostel seinen Predigtteil. Er ging auf das Gleichnis Jesu ein und umriss dessen bekannte Vorgeschichte, als Petrus Jesus fragte, wie oft er seinem Bruder vergeben solle. Die Antwort Jesu: „Nicht siebenmal, sondern siebzig Mal siebenmal.“ Apostel Schug stellte heraus, dass es hierbei, genauso wie auch bei den 10.000 Zentnern Silber, nicht um Zahlen gehe, sondern um die Herzenshaltung. Jesus sei für uns gestorben, um uns damit alles aus dem Weg zu räumen, was zwischen Mensch und Gott steht. „Was macht das mit uns?“, stellte er anschließend die Frage.
Er unterstrich, dass wir eine wartende Brautgemeinde sind. „Wir wissen, Gott arbeitet für uns und spricht für uns. Die Arbeit an der inneren Haltung kann er uns nicht nehmen.“ Der Apostel wies darauf hin, dass es wichtig sei, vergebungsbereit zu bleiben und zu werden. Dabei sei die Bereitschaft das Wichtige, nicht der einzelne Erfolg. Denn bei manchen Dingen sei das Vergeben unendlich schwer. Gott verlange jedoch nicht den Erfolg, sondern die Haltung der Vergebungsbereitschaft. Apostel Schug betonte, dass wir im Einssein in dieser Haltung bereitstehen wollen, um in das himmlische Reich einziehen zu können: „Lasst uns darauf achten, dass uns keine Nichtigkeiten in diesem Einssein stören.“
Nur so wie du, Herr Jesu, möcht‘ ich werden
Bischof Gerd Kisselbach unterstrich in seinem Predigtbeitrag, dass es nicht um das Silber geht, sondern um den König: „Gott ist größer, als wir es uns vorstellen können. Er begegnet uns in seiner Allmacht, Güte und Liebe. Er vergibt mir die Schuld, die ich ohne seine Gnade nicht loswürde.“ Der Bischof empfahl der Gemeinde, es anders zu machen als der Knecht und zu versuchen, wie Jesus zu reagieren: „In der Begegnung mit dem Nächsten, der, genau wie ich, auch nur ein Sünder ist.“ Er hob hervor, dass wir uns im Alltag entscheiden müssen, wie wir handeln. Dabei sollten wir uns nicht nach der Weltweise verhalten, sondern uns prägen lassen von Gott und seiner Liebe, von Christus und seiner Gnade.
Neuer Vorsteher und Vorsteher-Vertreter
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls beauftragte Apostel Schug für die Gemeinde Felsberg-Neuenbrunslar einen neuen Vorsteher. Bezirksevangelist Dieter Neumann, der neben seiner Aufgabe als Bezirksvorstehervertreter auch Vorsteher der Kirchengemeinde Fritzlar ist, übernimmt zusätzlich die Leitung der Gemeinde Felsberg-Neuenbrunslar. Priester Felix Möller, der bis dahin über sechs Jahre die Gemeinde geleitet hat, wurde von seiner Aufgabe entlastet und steht nun dem neuen Vorsteher unterstützend als Vorsteher-Vertreter zur Seite. Der Apostel dankte beiden für ihre Bereitschaft, gemeinsam an dem Tempel Gottes zu bauen und sich um die anvertrauten Seelen zu kümmern.
Gemeinsames Abschlusslied
Mit Schlussgebet und Segen beendete der Apostel den Gottesdienst. Zum Schluss folgte noch ein musikalisches Highlight, als die komplette Gemeinde aus voller Kraft und mit großer Freude das vertraute Lied „Der Herr ist mein Licht“ zum Besten gab.
23. September 2023
Text:
Julia Velte
Fotos:
Alexander Schmitt,
Natascha Wagner
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