Am Sonntag, den 5. Dezember 2021 feierte Apostel Wolfgang Schug in der Kirche im Grünen Waldweg in Kassel den Gottesdienst zum 2. Advent gemeinsam mit den Glaubensgeschwistern der Gemeinden Kassel-Südwest und Oberweser-Solling.
Apostel Wolfgang Schug diente mit dem Bibelwort aus dem Kolosserbrief 1,15: "Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung." Zu Beginn seiner Predigt ging er auf einzelne Aspekte des 1. Kapitels des Briefes an die Gemeinde in Kolossäa ein.
Die wartende Gemeinde
Als Christen bereiten wir uns in den Gottesdiensten auf die Wiederkunft Jesu Christi vor. Er hat uns Gott als den Vater gezeigt. Wir dürfen heute schon Teil der Brautgemeinde sein und haben einen festen Platz bei Gott, ein Zuhause am Altar Gottes. Es mag das prägende Adventsgefühl sein, so der Apostel, dass wir uns vorbereiten lassen, dass der Herr wiederkommen kann und wir bereit seien mögen, mit ihm zu ziehen.
Geduld und Langmut
Geduld ist eine Fähigkeit, in dem, was uns im Leben widerfährt, den Willen Gottes zu erkennen. Dadurch werden wir auch in schwierigen Situationen nicht unzufrieden, sondern sind voller Zuversicht und leben in dem Bewusstsein: Der Herr weiß es. Er hat mich bis hierher gebracht, also weiß er gut über mich Bescheid.
Langmut lässt sich als die Geduld verstehen, die Gott mit uns hat. Sie ist ein Vorbild, denn auch wir sollen Geduld mit den anderen Menschen haben. Gott hält uns in seiner Gnade, in seinem Heilswillen.
Ein Rat aus Kolosser 1,12, der auch heute für uns gilt: "Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht." Wir dürfen Erlösung aus der Vergebung der Sünden hinnehmen. Gottes Sohn hat etwas gegründet, was unverändert besteht und an dem wir Teil haben dürfen.
Verkürzung der Zeit
Der Apostel sprach von einem Gespräch im Priesterkreis, in dem die Frage aufkam, ob unsere Bitte im Gebet nach einer früheren Wiederkunft des Herrn noch zeitgemäß sei. In dem Glauben, dass wir erwählt sind vor Anbeginn der Welt und einen Platz in der Brautgemeinde haben dürfen, scheine ja alles im Plan Gottes festgeschrieben zu sein.
Jesus Christus sagte, dass nicht einmal er den Zeitpunkt der Wiederkunft kenne, sondern nur der Vater. Es gehe nicht darum, zu wissen ob der Augenblick feststeht oder bestimmt ist. Das Entscheidender sei, dass wir sowie die Entschlafenen, um seine Wiederkunft wissen und uns bereit machen mit ihm ziehen zu können. Unsere Bitte nach der Verkürzung der Zeit ist Ausdruck unserer inneren Haltung des Wartens auf den Bräutigam.
Jesus, der gute Hirte
In seinem letzten Dienen als Vorsteher der Gemeinde Oberweser-Solling sprach der Bezirksevangelist Willfried Andrich von der Besonderheit, dass in dieser Pandemiezeit zwei Gemeinden zusammen kommen, um Gemeinschaft zu haben, gemeinsam das Heilige Abendmahl zu feiern und den Apostel in Präsenz zu erleben.
Er erinnerte daran wie es ist, auf etwas Besonderes zu warten, wenn beispielsweise die Verwandtschaft an den Feiertagen zusammenkommt. Man bereitet alles vor und hält Ausschau in froher Erwartung der Ankunft und des Zusammenseins.
Das Bild von Jesus Christus als den Guten Hirten habe ihn in seinem Dienen als Vorsteher geprägt. Er wünschte allen Gemeinden weiterhin die Gnade Gottes, dass die Gemeinden versorgt sind und wir darin die Führung des Herrn erleben.
Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl
Zwei Elternpaare brachten ihre Kinder zum Altar, um durch die Hand des Apostels das Sakrament der Heiligen Versiegelung (Geistestaufe) zu empfangen.
Im Anschluss daran feierte die ganze Gemeinde das Sakrament des Heiligen Abendmahls.
Ordnination eines Priesters
Für die Gemeinde Kassel-Südwest wurde der Diakon Karsten Denn zum Priester ordiniert.
Vorsteherwechsel in der Gemeinde Oberweser-Solling
Bezirksevangelist Willfried Andrich, der die Gemeinde Oberweser-Solling 37 Jahre mit viel Herzblut geleitet hat, wurde durch Apostel Schug von der Vorsteherbeauftragung entbunden (siehe separate Nachricht auf der Webseite des Bezirks)
Evangelist Heiko Siebert, zugleich auch Vorsteher der Gemeinde Kassel-Südwest, übernimmt zusätzlich die Leitung der Gemeinde Oberweser-Solling.
Als Vorstehervertreter wurde Priester Siegfried Jesse ernannt.
Bezirksevangelist Andrich (65) bleibt weiterhin als Bezirksvorsteher-Vertreter im Bezirk Kassel-Korbach aktiv.
11. Dezember 2021
Text:
Daniel Muster
Fotos:
Marco Wagner
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